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Wolfgang Schirmacher


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Homo Generator: Die Provokation der Gen-Technologie
Wolfgang Schirmacher.
Innsbruck, 1986


I. Gen-Technologie — eine Provokation für den Menschen

1. Homo generator oder Neue Menschen braucht die Erde

Das genetische Verhalten kontrollieren, vererbbare Eigenschaften festlegen und die Mutation steuern zu können, ist die Aufgabe der Gen-Technologie. Ob dies bei der Pflanze, beim Tier oder beim Menschen geschieht, bezeichnet sachlich zwar nur einen graduellen Unterschied, ist aber im Hinblick auf die öffentliche Akzeptanz von entscheidender Bedeutung. Lediglich 10% der deutschen Bevölkerung befürwortet die GenTechnologie am Menschen, während kaum jemand die erfolgreiche Gen-Manipulation einer Coli-Bakterie für rügenswert hält. Die Gen-Technologie hat offensichtlich eine Tür aufgestoßen, die keiner mehr schließen kann, aber wir fürchten um unsere eigene Haut. Mit der GenTechnologie scheint der Mensch 'n das "Geheimnis" (Hans Jonas) des Lebens selbst zu rühren, und höchst widersprüchlich ist unsere Reaktion darauf. Sind wir nun die "Herren der Evolution" oder ist der Mensch endgültig entthront und "herabgestuft zu einem Satz knetbarer Moleküle, die mit denen anderer Arten von Lebewesen vermengt werden können" (SPIEGEL 47/ 1983, 213)? Angst und Erschrecken bei den einen, ein neu entfachter Fortschrittsglaube bei den anderen sind Vorzeichen einer epochalen Wandlung, die mit der Gen-Technologie unweigerlich gekommen ist. Wie auch gegenüber der Informationstechnologie, der anderen Revolution unseres Weltverhaltens, geraten selbst besonneue Beobachter in ein ständiges Wechselbad von Hoffnungen und Befürchtungen. Allein die "Würde des Menschen", seine unantastbare Person, scheint noch als Leitstern zu taugen, erweist sich bei näherem Hin sehen aber auch eher als Irrlicht.

Denn die 'Integrität des Menschenbildes", die Hans Jonas als Bollwerk gegen die Gen-Technologie beschwört, ist bloß ein frommer Wunsch und hält nicht einmal der großen philosophischen Tradition stand, die den :Menschen als Wesen begriff, das sich ständig übersteigt. Und es kann nur als Bankrotterklärung für heutige Philosophen gewertet werden, wenn sie beginnen, sich auf die Urteile von Gerichten wie auf einen unverrückbaren Maßstab zu berufen. Die Frage, wer der Mensch ist, ist niemals zu verbieten, und die stets vorläufige Antwort hat sich jeweils ontologisch auszuweisen und kann nicht durch demoskopische Umfragen entschieden werden. Ob uns die Antwort paßt oder nicht, ob wir lieber andere Menschen wären oder uns wünschten, nie geboren zu sein, ist philosophisch gleichgültig. Denn wenigstens in einem Beruf sollte es unserer Gattung möglich sein, ihren eingefleischten Anthropozentrismus zu überwinden, und das, was sich von sich her für uns zeigt, tapfer und ohne Blickbeschränkung aufzunehmen. Dann ist nicht zu leugnen, daß gerade das traditionelle abendländisch-christliche Menschenbild, das uns nach Jonas vor den biologischen Frankensteins bewahren soll, durch die Gen-Technologie obsolet geworden ist. Diese schmerzhafte Zerstörung unseres Selbstbildes steht uns nicht bevor, wie die Kritiker der Gen-Technologie annehmen, sondern wir sind bereits radikal andere geworden! Ausschlaggebend ist nicht, ob wir einen neuen Menschen bauen werden oder ob wir dies — wie es theoretisch möglich wäre — lieber unterlassen. Mit dem ersten gelungenen Experiment an den Bakterien unserer Darmflora, ja schon mit dem vorangehenden gentechnologischen Wissen, haben wir uns in den homo generator verwandelt. Homo sapiens, homo faber, homo cr _itcn — nichts davon trifft uns mehr im Kern. Gewiß werden wir weiter denken, Werkzeuge herstellen und in Analogie zum Schöpfergott uns einbilden, der Ursprung von Dingen, Handlungen und Gedanken zu sein.

Aber all dies verblaßt vor der ungeheuerlichen Fähigkeit, neue Lebensformen zu schaffen und die biologische Zukunft der Erde zu bestimmen. Zwar haben unsere Züchtungen und Artefakte auch bisher der Natur hinzugefügt, was in ihr fehlte, und auch die Reproduktion der Gattung kann als eine eigenständige biologische Leitung angesehen werden. Aber solche Kreativität ist viel weniger ursprünglich, als wir glauben, denn strenggenommen ist unser Anteil an diesen Prozessen oft genug nur, das "fehlende Glied" einer natürlichen Kette zu bilden. Die auf uns zurückgehenden Veränderungen sind Reaktionen, und sie nutzen — von der Atomkernspaltung bis zum Penicillin — die "Antwort" der Natur, ohne sie doch ganz zu verstehen. Naturgesetze beschreiben so eher unsere Verlegenheit, sind Kochrezepte, nicht Wissen. Mit der Gen-Technologie hat sich aber über Nacht geändert, was Jahrmillionen gültig war. Der homo generator ist kein begabter Dilettant mehr, dessen Erfolge sich prinzipiell dem Zufall verdanken. Der homo generator braucht nicht hinzunehmen, was ihm gegeben ist,sondem er arbeitet ohne jede Einschränkung mit dem Grundbaustein des Lebens. Der home generator ist also in der Lage, sich die Evolution maßzuschneidern.

Zweifellos ist es gerade diese Allmacht, die wir doch nach Spinozas Formel für ens sive deus sive natura reservierten, die heute die vernichtende Kritik an dem Gebrauch der Gen-Technologie so plausibel macht. Wie sollen wir Menschen auch solch unvorstellbar weitreichende Bildnerfähigkeit verkraften, wo wir es mit unseren jetzigen technischen Möglichkeiten bloß fertiggebracht haben, die Erde einer Hölle immer ähnlicher werden zu lassen? Die Diskrepanz zwischen dem, was wir zu sein meinen, und dem, was wir zu tun vermögen, scheint immer spektakulärer zu werden. Eine moralisch so haltlose Gattung wie die unsere, die vor keinem Mord zu ihrem Nutzen zurückschreckt, darf nicht die Art des Lebendigen bestimmen! Aber man kann dies Argument auch umdrehen und sagen: Die größte Gefahr für die Erde bildet gerade der Mensch, wie er heute ist. Es würde Jahrtausende dauern, bis wir durch Erziehung wenigstens einen Teil unseres in der Steinzeit ausgebildeten überlebensverhaltens abgelegt hätten, und die Chance, daß uns diese Frist eingeräumt wird, ist schon bei einfacher Zeitungslektüre äußerst pessimistisch zu beurteilen. So ist es keinesfalls das kleinere Ubel, uns den heutigen Menschen aus Angst vor dein Unbekannten, wie es sich in der Gen-Technologie ankündigt, vorzuschreiben. Die Veränderung des Erbgutes in der menschlichen Keimbahn, die "ethisch unter keinen Umständen zu rechtfertigen ist" (Reinhard Löw), und über die nicht einmal gesprochen werden soll, ist ontologisch notwendig! Der "Neue Mensch" entspricht der menschlichen Natur und wird zugleich von der Erde dringend gebraucht!

Die gefährlich dummen Monster, die heute als Menschen existieren, scheinen zwar am allerwenigsten geeignet, die Vaterschaft für den Neuen Menschen zu übernehmen. Unter den gegenwärtigen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen, in denen sich der Egoismus unserer Gattung besonders ausprägt, wird aller Voraussicht nach nur Frankenstein zu übertreffen sein. Aber es wäre ein für die Zukunft der Erde und für die Gattung Mensch fataler Kurzschluß, das völlig berechtigte Mißtrauen gegenüber dem heutigen Menschen in ein absolutes Verbot der Gen-Technologie am Menschen umschlagen zu lassen. Das Gegenteil ist wahr: weil wir Menschen noch nicht viel taugen rind die "Banalität des Bösen" (Hannah Arendt) unausrottbar zu sein scheint, wird uns nur die Veränderung unseres Genotyps vor einem kollektiven Selbstmord bewahren. Denn leicht vorauszusagen ist, daß es nicht genügen wird, mit der "grünen" oder "roten" Gen-Technologie eine wirksame Strategie gefunden zu haben, die heutige Umweltzerstörung rückgängig zu machen. Solche Reparaturen an der Natur, die in vielen Fällen bloß deren Fehleranzeige ausschalten, werden im gleichen Ungeist angeordnet und durchgeführt, der die vorangehenden Zerstörungen verschuldet hat. Auf den anthropozentrischen Effekt konzentriert und mit wenig Rücksicht auf die Nebenfolgen werden diese wissenschaftlich-technischen Erfolge mit Hilfe der Gen-Technologie zu einem "Hazardspiel mit der Umwelt" (Hans Jonas). Aber gerade deshalb muß die Gen-Technologie am Menschen Vorrang haben und ist nicht etwa — wie auch deren Befürworter meinen — ein letzter Schritt, der ferneren Zukunft vorbehalten. Denn nur "Neue Menschen" werden Gen-Technologie wie Informationstechnologie human verwenden und gelassene Techniker des Ganzen sein. Ob wir es akzeptieren oder nicht, wir sind homo generator geworden, und es ist eine philosophische Herausforderung ohne Vorbild, diejenigen Züge in uns zu entdecken und zu stärken, die dieser neuen Gestalt des Menschen bereits entsprechen. Denn wir hätten die GenTechnologie als unsere Fähigkeit nicht e;,tdecken können, wenn sie nicht zu unserem Wesen gehörte und Zug unserer Lebenstechnik wäre. Das Jörderische, Egoistische, Bornierte unseres heutigen Gattungsverhaltens ist vermutlich der Grausamkeit eines Kindes vergleichbar, das noch nicht zu sich gefunden hat. Was wie ein Hang zum Untergang aussieht, die Forcierung der durch Instrumente exekutierten Todestechnik, könnte auch bloß der täppische Versuch sein, erwachsen zu spielen. Statt wie gebannt auf dieses kindliche Stadium der Entwicklung zum Menschen zu starren und sich von Vorformen sein Menschenbild vorgeben zu lassen, sollten wir uns von der Gen-Technologie provozieren lassen, den Menschen neu zu bestimmen.

2. Künstlichkeit und Verantwortung: Das Ungenügen der traditionellen Ethik

In der immer lauter geführten Debatte, die sich mit den ethischen Konsequenzen der Gen-Technologie befaßt, wird vor allem deutlich, wie abhängig die traditionelle Ethik von Menschenbildern ist, die zumeist als selbstverständlich vorausgesetzt und nicht eigens gerechtfertigt werden. So spielen verdeckt religiöse, ökonomische, machtpolitische oder doch zumindest gattungsegoistische Motive eine entscheidende Rolle bei der Suche nach Kriterien und Normen unseres Verhaltens im Falle der Anwendung von Gen-Technologie. Da der Mensch, wie er sich in mannigfachen Bildern selbst sieht, grundsätzlich in Frage gestellt zu sein scheint, behaupten die Ethiker, mit der Gen-Technologie seien wir an eine letzte Grenze gelangt — jenseits beginne das Chaos und die Barbarei. Für das mikroskopisch kleine "befruchtete Ei" wird von Naturphilosophen wie Moraltheologen ein "moralischer Status" beansprucht, eine Vergötzung der Zelle, die im alltäglichen Leben zu absurden Konsequenzen nötigte.

Aber all dies ist wahrscheinlich nur Ausdruck einer tiefergehenden Hilflosigkeit angesichts eines Phänomens, das jedes moralische Schema sprengt. Nimmt man die Gen-Technologie ohne ideologische Scheuklappen und ohne sich von einer anthropozentrisch deformierten Humanität leiten zu lassen einfach so auf wie sie ist, dann enthält sie eine überraschung. Statt den Menschen zu bedrohen und seine Identität auszulöschen, zeigt GenTechnologie, wie der Mensch wirklich existiert. Versteht man den homo generator nicht als Grenzfall, sondern als Normalfall, darin verstärkt sich eine Vermutung über den Menschen, die uns unterschwellig schon seit langem bestimmt, aber nur mit großer Scheu ausgesprochen wird. Durchstößt man alle Verdeckungen und zerreißt auch den letzten Schleier, der aus der Analogie MenschTier gebildet ist, dann wird unabweisbar: wir sind die Künstlichen. Im Hinblick auf unsere unaufgehbare Naturabhängigkeit scheint diese Feststellung absurd. Auch wenn man hinzufügt, daß wir die Künstlichen "von Na tur aus" sind, verhindert eine Jahrtausende alte Denkgewohnheit, daß wir den Sinn dieser Bestimmung des Menschen. verstehen. Denn wir trennen Natürlichkeit scharf von Künstlichkeit.

Nur in sehr abstrakter und damit fast unkenntlich gewordener Form macht sich in der Debatte um die ethische Bedeutung der Gen-Technologie diese Einsicht in unsere wesentliche Künstlichkeit bemerkbar. Durch Freiheit und Verantwortung sollen wir uns von unseren direkten Vorfahren, den Tieren, grundsätzlich unterscheiden und nicht länger umstandslos mit der Evolution verrechnet werden können. Allerdings spielt der unbedachte Gegensatz Künstlichkeit — Natürlichkeit solch traditionellen Ethikern auch hier einen bösen Streich. Sie müssen nämlich den Menschen, zumindest als moralisches Wesen, aus der Natur entfernen, wenn sie nicht gleich — wie Günther Ropohl — konsequent eine vom Menschen allein erschaffene "Gegen-Natur" für das anstrebenswerte Ziel halten. Man kann sich dies gewiß so zurechtdefinieren, daß es theoretisch paßt, aber in jedem gelebten Augenblick zeugt dagegen unsere Existenz im universalen Lebenszusammenhang, den wir Natur nennen. Aufgelöst würde diese Schwierigkeit erst, wenn wir jedem Seienden eine ihm gemäße Lebensweise zutrauen, durch die sich eine Existenzform von der anderen unterscheidet. Sicher kann man dies allerdings nur vom eigenen Sein wissen, denn nur der Selbstauslegung wäre in diesem Fall zu trauen. Beim Menschen ergibt sich das Problem, daß er die Welt schon vermessen und Stein, Pflanze und Tier objektive Namen gegeben hat. Als vorhandene Dinge sind die anderen Seienden nicht nur daran gehindert, von sich äus für uns sichtbar zu werden, sondern die Idee der Vorhandenheit verdunkelt auch den Blick des Menschen auf sich selbst. Wenn Atmen und der Stoffwechselprozeß beim Menschen natürlich genannt werden, weil dieselben Vorgänge bei unserem Mitgetier zu beobachten sind, dann schlägt die bedenkenlose Objektivierung der Welt auf uns zurück. Denn nur "von außen" betrachtet, bei gleichzeitigem Verdrängen alles gegenteiligen Wissens über uns, ist das Atmen des Menschen und das Atmen des Hundes dasselbe.

Gewohnt ans Identifizieren um jeden Preis, fällt es uns ungemein schwer, solche Vorurteile phänomenologisch rückgängig zu machen. Biologisch scheint es sich um dieselbe Technik zu handeln, Sauerstoff ins Blut aufzunehmen, und mit dem ersten Atemzug des Säuglinus wie des Welpen beginnt unwillkürlich dessen Existenz in der Außenwelt. Aber "von innen" erfahren wir dies ganz anders. Solange es nicht gestört wird, bleibt Atmen zwar unterhalb der Schwelle unserer bewußten Aufmerksamkeit, aber es ist keinesfalls die Aktivität einer fremden Natur in mir. Der Mensch kann sich auf sein Atmen einlassen — wie auch auf seine Stoffwechselprozesse — und ihr Wirken aufnehmen und vernehmen. Zu seinem Schaden ist der Alltagsmensch bei weitem zu abgestumpft und zu sehr mit seinen zweckrationalen Zielen beschäftigt, um sein Existieren zu genießen. jedenfalls ist festzuhalten, daß wir das geringe wie das nachdrückliche Beachten unseres Atmens selbst programmieren, und zwar mit allen Folgen für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Programmieren kann dieser Vorgang genannt werden, weil es sich nicht um eine in jedem konkreten Fall erneut auszuführende bewußte Aktivität handelt, sondern um ein eingefahrenes Programm, das aus einer Unzahl von Erfahrungen destilliert worden ist.

Diese Verantwortlichkeit für unsere Körperfunktionen, die reale "Vernunft des Leibes" (Nietzsche), wird allerdings von all jenen bestritten, die ihre Laster gern natürlich nennen und ihre Krankheiten Schicksal. Es wird dann darauf verwiesen, daß wir doch nur sehr bescnrankt willentlich und zielgerichtet unseren Körper beeinflussen können. Aber Künstlichkeit ist nicht auf das zweckrationale Handeln und Herstellen eingeschränkt; diese stellen im Gegenteil nur ihre extremen Möglichkeiten dar. Künstlichkeit ist eine Seinsweise, ausgezeichnet durch prinzipielle Offenheit und eine Variabilität, die in den fast unbeschränkten Möglichkeiten der allumfassenden Natur ihre Ressourcen hat. Künstlichkeit ist der besondere Naturprozeß, in dem die Natur. mit sich frei experimentiert — ohne direkte Rücksicht auf das krude überleben. Insofern Künstlichkeit die Lebenstechnik des Menschen ist, wird allerdings auch einsichtig, warum ihr heutiger Umschlag in eine Todestechnik überhaupt geschehen konnte. Todestechnik ist die Kehrseite der freien Lebenstechnik. Nirgendwo anders als beim Menschen ist diese schöpferische Plastizität gegeben — das bisher "noch nicht festgestellte fier" (Nietzsche) wird nie festgelegt werden können. Ein Chamäleon ist im Vergleich mit dem Proteus Mensch eine armselige mechanische Puppe' Künstlichkeit ist also als eine Variabilität zu bereifen, die nicht primär vom überleben gesteuert ist — dies ist ihre Nähe zur Kultur. Künstlichkeit ist dabei eine spontane Aktivität, gehorcht weder einem genetischen Plan noch beschreibt Künstlichkeit nachträglich einen Zustand. Denn künstlich ist nur, was verantwortet wird, und damit sind wir hei der eigentlichen Bedeutung von Künstlichkeit. Es kommt nicht darauf an, ob etwas in der bisüengen Natur vorkommt oder nicht, denn auch alles Neue fällt niemals aus der Natur heraus, sondern bleibt ein natürliches Phänomen und verwirklicht ein natürliches Potential. Aber wird ein Geschehen, ein Ding oder auch ein Gedanke verantwortet, dann ist damit eine andere Qualität der Natur erreicht: die Künstlichkeit. Solche Verantwortung ist die Nabe der Künstlichkeit, die Kant als "Kausalität aus Freiheit" für die praktische Philosophie in Anspruch nahm, und enthält zwei Hauptelemente, die voneinander nicht zu trennen sind: das Können als Vermögen zur Veränderung und das Antworten, das die Sprache stiftet. Verantwortung ist so auch immer persönlich, niemals allein sachlich. In der Sprache, die im intuitiven Wissen ihre größte Durchsichtigkeit erreicht, gelangen wir zu einem Einvernehmen, das ausnahmslos alle menschlichen Lebensprozesse in unserer Verantwortung beläßt. Dies ist nicht gleichzusetzen damit, daß uns auch unser Körper und unsere alltäglichen Handlungen bewußt werden, denn im Bewußtsein als der sichernden und auf Identität gerichteten Welterfassung liegt eine große Gefahr, sich verantwortungslos zu verhalten. Denn wer sich nur selbst zu verantworten vermag, spricht ins Leere. In den mannigfachen Weisen der Sprache aber antworten wir der Welt, und zugleich richten wir uns in unserem Handeln danach — bewußt muß uns dies nicht werden. Da wir die Künstlichen sind, werden wir aus der Veranwortung niemals entlassen. Verantwortung kommt nicht nachträglich auf uns zu, weil wir etwas bewußt verursacht haben, sondern Verantwortung prägt unsere Lebenstechnik von Anfang an. Wenn wir sie verfehlen, sterben wir als Gattung, denn in der Künstlichkeit antworten wir auf unsere Natur — gut oder schlecht.

II. Gen-Technologie als Lebenstechnik

1. Lebenstechnik versus Todestechnik

Die "Erfahrung der Präsenz eines von mir Gesollten im Gewissen" wird von Reinhard Löw beschworen, um der Gen-Technologie am Menschen ethisch den Garaus zu machen. Eine liberale Wissenschaftsethik, die auf der verantwortlichen Selbstkontrolle der Experten beruht, wird von Löw als Ethik ohne Maßstab abgelehnt. Löws kategoriale Ansprüche münden stattdessen in eine Besitzstandsethik, die festhalten will, was heute sein soll (auch wenn es nie so gewesen ist). Solch starre Maßstäbe, die der moralischen Empfindlichkeit erfolgreich erzogener Mitbürger eine feste Grundlage geben, sind jedoch ungeeignet, ein humanes Leben anzuleiten. Der ursprüngliche Sinn von Ethik, die Bedingungen eines scho- nenden Wohnens des Menschen auf der Erde anzugeben, hat völlig aus den Augen verloren, wer glaubt, ein für allemal gültige Maßstäbe gefunden zu haben. Dies bedeutet nicht, daß Ethik relativ wäre, und von jedermann nach Belieben umgedeutet werden könnte. Eine Ethik, die Teil unserer Lebenstechnik ist, drückt stattdessen eine gemeinsame Gattungsanstrengung aus. Wir wollen darin der unaufhörlichen Veränderung der Welt so genügen, daß wir in den Kosmos passen und nicht als Problemfall ausgemerzt werden. Menschliche Lebenstechnik unterscheidet sich von unmenschlicher Todestechnik vor allem darin, daß wir im Leben dem Ganzen gehören und gehorchen, im Tod aber nur unseren eigenen Interessen frönen, so humanistisch diese auch getönt sein mögen. Der Mensch, der überleben will, und der diesem Ziel alles andere unterordnet, verliert den Kontakt zum Ganzen, und damit auch zu sich selbst. Seine eindimensionale Lebenstechnik entpuppt sich dann als Todestechnik, die sich ungehindert entfalten kann, da jeder subjektiv ehrlich abstreiten wird, seinen vorzeitigen Tod zu intendieren.

Maßstäbe von außen sind ebenso wie Maßstäbe des Gewissens bestenfalls nachträgliche Rekonstruktionen einer Ethik, die bereits vergangen ist. Nur im geschehenden Sachverhalt selber kann sich ausbilden, was uns einen perspektivischen Anhalt gibt, im Prozeß den Durchblick auf unsere "Rolle im Kosmos" (Max Sehe1er) zu behalten. Diese Rolle ist nicht festgelegt, sondern wir wandeln sie durch unsere Existenz. Immer erneut haben wir daher einen ethischen Maßstab auszubilden, ohne zurückzuschauen, auf das Leben ins uns konzentriert. Dynamisch wie das Leben ist auch der ethische Maßstab, der uns den humanen Kammerton des Lebens angibt. Der Erfolg einer Technik ist nur im Vollzug zu erfahren, und wie ethisch wir leben, zeigen nur die Resultate. Diese Resultate sind immer zu korrigieren, wenn auch nicht immer rückgängig zu machen. Wir müssen allerdings erst noch lernen, die Variabilität unserer Existenz auch zu nützen.

2. Die ethische Diskussion zur Gen-Technologie am Menschen

a. Kritik des Diskussionsstandes

Die "neue Schöpferrolle des Menschen" (Hans Jonas) wird, so man sie überhaupt anerkennt, systematisch denunziert. Dabei kommt es den Autoren auf die einzelnen Argumente nicht an — wichtig ist ihnen nur, daß diese ihr Ziel erfüllen, die öffentlichkeit gegen die GenTechnologie zu mobilisieren. So werden einander wider sprechende Thesen verwendet, die aber stets auf dieselbe Ablehnung hinauslaufen. Ein Molekularbiologe behauptet etwa schlicht, die Erbmasse des Menschen sei sowieso nicht zu verändern, so daß man doch gleich die Gen-Technologie lassen könnte. Die von diesem Experten bestrittene Veränderung des Genotyps ist andererseits jedoch gerade der Hauptgrund für die sich zur Hysterie steigernden Warnungen vor der Gen-Technologie. Am offensten läßt vielleicht noch Tonas erkennen, daß ihm die Gen-Technologie eigentlich gleichgültig ist, und er bloß fürchtet, die ihm bekannte Welt und das von ihm geschätzte Menschenbild seien davon bedroht. Die alten Männer sitzen zu Gericht über unsere Zukunft, und dies irn Fall Jonas auch mit dem Argument, die Toten dürften nicht über die Lebenden bestimmen. Als ob nicht gerade die Beschwörung der humanistischen Tradition und der romantischen "Weisheit in der Natur" die zukünftig Lebenden unter das Gesetz des Bisherigen stellen möchte! Wenn Jonas da angebliche "Ausschalten des Zufalls" durch die Gen-Technologie verurteilt oder ein "existenzielles Grundrecht auf `Nicht-Wissen'" beansprucht, orientiert er sich am Menschen, wie er bis heute geworden ist. Nun soll aber plötzlich die Menschheitsentwicklung abgebrochen und die Gegenwart zur Endphase der Geschichte erklärt werden. Wie man sieht, ist der Glaube, mit seiner Zeit ein nicht mehr zu überbietendes Stadium zu repräsentieren, nicht auf Hegel beschränkt. In der Endzeit zu leben, sei sie positiv oder negativ definiert, hebt offenbar das eigene Lebensgefühl.

Der unsinnige Versuch, an das qualitativ Neue den gewohnten Maßstab zu legen, kennzeichnet den heutigen Diskussionsstand zur ethischen Bedeutung der GenTechnologie. Am wenigsten darf man den Moraltheologen übelnehmen, wenn sie im Hinblick auf die GenTechnologie unverdrossen ihre glaubensgebundene Moral verkünden und im "Schutz der Eizelle" nun eine aktuelle Gelegenheit sehen, die Abtreibungsfrage durch die Hintertür in ihrem Sinne zu revidieren. Weniger verständlich ist, wenn Naturphilosophen bei aller berechtigten Kritik am Mißbrauch der Evolutionstheorie durch die Soziobiologie das ethische Problem so extrem einengen, daß nun eine bestimmte kulturgebundene "Gewissenserfahrrrng" die Voraussetzung dafür ist, daß man als ethische Person anerkannt wird. Befürworter der Gentechnologie am Menschen geraten darin schnell in die Nähe des absoluten Bösen! Weniger exponiert, aber ebenso traditionell gezeichnet sind ethische Stellungnahmen, die als fundamentales Bewertungskriterium die "Person" einführen, die uns doch allen teuer ist und nicht gegen eine ungewisse Zukunftsaussicht einge- tauscht werden dürfe. Am einfachsten macht es sich schließlich, wer an den geltenden Gesetzen und an der Alltagsethik abliest, wie wir uns bisher verhalten haben, und dann Gentechnologie als "grüne" und als Erweiterung der Medizintechnik unter schon heute geltenden Bedingungen zuläßt. In keinem Fall wird auch nur begonnen, sich auf das so herausfordernd neuartige Phänomen der Gentechnologie offen und vorurteilslos einzulassen und aus ihr selbst Maßstäbe zu entwickeln. Die Angst vor dem Neuen ist bei allen Autoren mit Händen zu greifen und stellt dem Mut der Philosophen ein Arrnutszeugnis aus.

b. Tabu der menschlichen Keimbahn

Die Einspleißung neuer Erbinformationen in die menschliche Keimbahn ist das Tabu, an dem sich gegenwärtig die Geister scheiden. Da der Mensch 50 000 Gene besitzt (darunter viele Pseudogene), von denen erst wenige Tausend entziffert wurden, sind wir allerdings noch, um Jahrzehnte von einer wirksamen Gentechnologie am Menschen entfernt. Um so trefflicher läßt sich offenbar darüber streiten! In der 'Tat wäre es nur Augenwi scherei, die Gentechnologie als "grüne" und "rote", für Pflanze und Kleingetier anzuerkennen, aber der eigentlichen Herausforderung, der Neuformung des Menschen, auszuweichen. Wer Gentechnologie auf genetische Ingenieurskunst (genetic engineering) beschränken will, ähnelt Goethes berühmtem Zauberlehrling — die Kräfte, die wir gerufen haben, entfalten eine unsere begrenzten Absichten überrollende Eigendynamik. Als die Künstlichen tragen wir Verantwortung auch dann, wenn wir uns dumm stellen und als Unglück erleiden, was unsere ureigene Sache ist. Nicht allein unser Phänotyp, der sich im lebenslangen Lernen bildet, ist unsere Produktion; auch den Genotyp haben wir nun maßzuschneidern. Damit ist uns aufgegeben, wovor Jonas warnt, "am Ursprung des Geheimnisses Schöpfer zu sein". Einem "zerrissenen Bewußtsein" (Hegel), wie es die heutige Welt beherrscht, muß dies wie Hybris anmuten, als anmaßender Versuch, mit den Göttern gleichzuziehen. Aber in Wahrheit zeigt uns die Gentechnologie nur, was es bedeutet, daß wir Menschen Techniker sind. Die entscheidende Frage ist nicht, ob wir die menschliche Keimbahn verändern sollen, sondern mit welchem Selbstverständnis wir dies tun. Da ist es gut, daß wir noch eine Frist haben, in der wir, statt über unsere gefährdete Integrität zu lamentieren, uns auf die Gentechnologie am Menschen vorbereiten können, durch eine radikale innere Kehre, die unserer Verantwortung gerecht wird.

Denn in welche Inhumanität sich verstrickt, wer aus humanitären Gründen die Gentechnologie am Menschen ablehnt, wird am Beispiel jener Behinderten deutlich, deren Behinderung von einer Erbkrankheit verursacht ist. Obwohl heute schon abzusehen ist, daß wir alle Erbkrankheiten vor der Geburt diagnostizieren werden können (für einige schwerwiegende Krankheiten trifft dies bereits heute zu), lehnen Löw und andere es ab, daraus die nötigen Konsequenzen zu ziehen. Weder soll ein gentechnologischer Eingriff erfolgen noch eine Abtreibung erlaubt sein, solange eine Heilung technisch nicht möglich ist. Das befruchtete Ei, die Zygote, wird absurderweise personalisiert mit (lern schwachen Argument, daß es keine Frage des Beweises, sondern der Anerkennung sei, wann wir eine Lebensform als Menschen schützen wollen. Es ist nur cin böser Trick, wenn bereits geborene Schwerbehinderte als Zeugen in diese Diskussion eingeführt werden. Wir müssen den Mut bewundern, mit dem Schwerbehinderte ihr Los tragen und sich am Leben fr~°_uen und den Gedanken an den T1-)d von sich weisen. Aber welch menschenverachtender Zynismus ist es, wenn. Gesunde dafür plädieren, br wlußt und geplant Kranke zu erzeugen und dafür alle Verantwortung der anonymen Natur zuschreiben. Das Tabu der menschlichen Keimbahn muß schon deshalb gebrochen werden, um Leiden, die wir vermeiden können, auch wirklich zu vermeiden. Die Sorge, daß dann eine Welt ohne Leid und ohne Behinderung uns nur ein allzu oberflächliches Leben ermögliche, ist völlig unbegründet. Auch bei größter Anstrengung und extremer Vorsicht würde das unvermeidbare Leid und das plötzliche Unglück immer zur menschlichen Existenz gehören. Auch unsere Nachkommen, die voraussichtlich mehrere hundert Jahre leben werden, bleiben als die Künstlichen doch die Sterblichen.

c. Strategien der Flucht aus der Verantwortung

Die gegenwärtigen Versuche, sich philosophisch mit der Gentechnologie und ihren Aussichten auseinanderzusetzen, sind daher als Strategien einer Flucht aus der Verantwortung zu charakterisieren. Dies gilt gerade auch für die wenigen Befürworter, die sich bisher zu Wort gemeldet haben. Sie verweisen auf die Selbstkontrolle der Wissenschaftler, auf die Wissenschaftler-Gemeinschaft und auf die eigens eingerichteten Ethikkommissionen und nicht zuletzt auf den von vielen Seiten geforderten Wissenschaftsgerichtshof, um die Problematik herunterzuspielen. Dabei kann kein Zweifel daran bestehen, daß hier der Bock zum Gärtner gemacht werden soll. Dies lehrt uns das historische Beispiel der Atomtechnik ebenso wie die Aussicht auf einen "gläsernen Menschen" dank der Informationstechnologie. Gerade die guten Absichten heutiger Einzelwissenschaftler und ihre dem Ganzen lediglich abgetrotzten Erfolge sind es, die uns umbringen. Die Gegner der Gentechnologie haben also mit ihrer Diagnose durchaus recht, nur ist ihre Therapie für den Patienten ebenso tödlich.

Strategisch geschickt, aber doch allzu durchsichtig werden von den Kritikern die heutigen gesellschaftlichen Zustände als gegeben angesetzt. Dem unsozialen Profitinteresse der Multikonzerne ausgeliefert und als neue Waffe für den Kampf der Systeme entwickelt, würde die Gentechnologie Huxleys "schöne neue Welt" Wirklichkeit werden lassen. Nach normierten Produktionsmerkmalen bestellte Menschenroboter, geklonte Supergehirne und nutzenorientierte Zwischenwesen wären das Ergebnis. Die durch die Gentechnologie voraussichtlich ermöglichte Beendigung der jetzigen Umweltzerstörung würde dann zu einer totalen Vernichtung der Menschenwelt führen. In der allzu engen Sicht traditioneller politischer Philosophie wird dies als "soziales Problem" der Gentechnologie angesprochen, und eine "Anpassung" an die sozialen Bedürfnisse vorgeschlagen, die durchaus vorhanden seien, aber durch "Kommerzialisierung" verdeckt werden. Aber die Hoffnung ist trügerisch, daß es genüge, die Gentechnologie wirksamer demokratischer und öffentlicher Kontrolle zu unterwerfen. Denn die öffentlichkeit ist eben auch der Kampfplatz, auf dem mit wenig fairen Mitteln, mit Einschüchterung und Angsterzeugung gegen die Gentechnologie vorgegangen wird. Die falsche Kunst des "Rechtbehaltens" ist, wie schon Schopenhauer nachwies, oft wirksamer als die Wahrheit. Auf der Klaviatur unserer ängste spielen gerade diejenigen meisterhaft, die uns zur Flucht aus der Verantwortung veranlassen wollen. Dennoch geht kein Weg daran vorbei, daß jeder einzelne für sich und wir alle gemeinsam die Kehre zum homo generator innerlich vollziehen müssen. Es gilt, durch ein bewußtes Einverständnis für die Gentechnologie geeignet zu werden. Unsere Meinung über die Gentechnologie ist dabei allerdings rast gleichgültig. Denn vermutlich sind es gerade die schäfsten Gegner der modernsten Technologien, die am ehesten jene Sensibilität ausbilden, ohne die eine Gentechnologie verantwortungslos wäre. So käme es sozialtechnisch nicht darauf an, eine breite Akzeptanz für die Gentechnologie zu erreichen, sondern dict Ausbildung derjenigen Fähigkeiten zu fördern, die der homo generator brauchen wird.

Wenig seriös erscheinen die Krokodilstränen, die über die "überzähligen Embryos" vergossen werden, wie sie schon bei den ganz im konventionellen Rahmen bleibenden Retortenbabys anfallen. Da scheint es sich um Menschlinge zu handeln, die in Käfigen gehalten werden oder tiefgefroren sind und bei Bedarf aufgetaut werden. An ihnen würden dann wahllos Experimente vorgenommen. Vielleicht meldet sich bei solchen Tartarenmeldungen das schlechte Gewissen der Menschen zu Wort, die täglich millionenfach Tierexperimente durchführen und Schmerzen zufügen, ohne daß dies doch durch einen Notstand gerechtfertigt wäre. Sonst wäre nicht recht veständnlich, wie einerseits die Abtreibung allein in der Bundesrepublik Deutschland von jährlich hunderttausenden von Embryonen hingenommen wird, Embryonen in einem viel späteren Entwicklungsstadium, als dies je für Gendiagnosen in Frage käme. Gentechnologie am Menschen wird direkt nur in die Erbanlagen eingreifen, wenn der menschliche Embryo noch eine Zelle ist. Etwas völlig anderes sind spätere_ Eingriffe mit Hilfe gentechnologisch erzeugter Medikamente, denn sie liegen auf der Ebene von Arzneien, und hier greifen bekanntlich strenge Auswahlkriterien. Angstmachen wollen besonders auch Warnungen, vor dem Klonen und vor den Chimären. Eine Welt, in der nur noch die Gene der Genies geklont werden — schon aus Genegoismus muß da jeder protestieren. Jonas nannte den "Zufall des Geschlechtsgeschehens" einen "unersetzbaren Segen" wie auch "eine unvermeidbare Last unseres Loses". Präziser gesagt, könnte bei einer GenMonokultur ein einziger Virus die Menschheit ausrotten. Aber Klonen würde ja weder ausschließen, daß am geklonten Material gentechnologisch weitergearbeitet würde, noch ist zu erwarten, daß Klonen zur ausschließlichen Reproduktion der Gattung aufsteigen würde. Dazu ist es viel zu reizvoll, neue Kombinationen zu wagen, und außerdem ist zu berücksichtigen, daß die Menschheit der Zukunft vermutlich nur für ein altkluges Kind halten wird, was in unserer Zeit für ein Genie gehalten wurde. Jonas appelliert bloß an unseren Egoismus, wenn er gegen das Klonen einwendet, daß die "Authentizität des Selbstseins ersticken" müsse, wenn man sich "als Abklatsch eines Seins" wisse. Als ob der geklonte Mozart oder Einstein nicht nur genetisches Material wäre, aus dem ein richtigpfeifender Holzfäller oder ein in den Kombinationen des Backgammons besonders erfolgreicher Plaboy werden könnte. Ein Genie ist nicht zu züchten, es sei denn, man hält den geklonten Mozart als Sklaven und läßt ihn schon mit drei Jahren täglich acht Stunden am Klavier üben. Selbst dann hätte man sich vermutlich nur einen Selbstmörder aufgezogen.

Noch unheimlicher ist uns die Aussicht auf neue Arten, die schon in der Definition als "Chimären" ins Zwielicht gerückt werden. So monströs wie unsere Phantasie es uns vorgaukelt, werden die Neulinge nicht sein — die Naturgesetze sind kein Alptraum. Monströs wäre nur, Chimären ohne eine ihnen gemäße Umwelt zu lassen, und hier ist unsere Technologie gefordert. Biologische Uhrwelten bilden sich in langen Zeiträumen, so daß schon die bereits gentechnologisch hergestellte Riesenmaus außerhalb des Labors keine ökologische Nische fände. Aber biotechnisch lassen sich Umwelten schnell kreieren und variieren jc, nach erfolgter Rückmeldung. Verantwortlich handelnd, haben wir jeder Chimäre ihre Welt zu geben. Schöpfer dieser Vielfalt von Welten zu sein, darf gewiß als reine Freude gelten.

III. Künstliches Leben — kein Traum

"Mit der Evolution sein" (Carsten Bresch) ist heute ein sinnloser Schlachtruf, denn Evolution ist jetzt, was der homo generator aus ihr macht. Das dynamische Maß dieses Prozesses finden wir in uns selbst: in unserer Künstlichkeit. Damit befindet sich der Mensch aber durchaus nicht außerhalb der kosmischem Ordnung, denn wie jedes Seiende erfüllen wir nur unser Ereignis und werden, wie es paßt: die Geeigneten. Verfehlen wir uns, verstellen wir unser Ereignis, mißverstehen wir unsere Rolle — dann ist die Quittung unmißverständlich. Auch die ungemeine Bildnerkraft des homo generator würde die Selbstauslöschung unserer Gattung nicht aufhalten, würde sie im Gegenteil vermutlich beschleunigen. Es ist bloß ein anthropozentrischer Wahn, eine von sich selbst abgefallene Gattung auf Dauer für lebensfähig zu halten. Man muß nicht wissen, wer der Mensch ist, um am Sterben der Gattung Mensch ablesen zu können, wer wir jedenfalls nicht sind. Die beliebte Fangfrage bei allen revolutionären Vorschlägen, wer denn die Auswahl treffe, wenn Altes absterben und Neues entstehen soll, ist so schwer nicht zu beantworten. Denn nicht, wer es tut, ist von Bedeutung, sondern nur, wie es geschieht. Wir wissen sehr wohl, was am Menschen und was an unseren Umweltbedingungen unerträglich ist. Dies reicht von der individuellen Bosheit über die Gleichgültigkeit der Massen bis zur gattungsegoistischen Vernichtung der Vielfalt und Schönheit der Erde als "Projekt der Moderne".

Es muß dann schon erstaunen, daß man unsere längst verkommene Beziehung zur Natur gefährdet sieht, wenn die nur ganz vorläufigen Pläne für einen neuen Menschen Wirklichkeit werden sollten. Zweifellos wird der neue Mensch, der ohne Aggressivität auskommt, der sich nicht länger auf "natürliche Weise" fortpflanzt und dessen Verdauungsapparat keine tierische oder pflanzliche Nahrung mehr braucht, seine Einstellung zur Natur fundamental ändern. Aber dies wäre durchaus erwünscht und eine Konsequenz aus unserem jetzigen Fehlverhalten. Mit unserer Aggressivität verursachen wir völlig unnötig das allermeiste Leid für andere Lebewesen und für uns selbst. Der Zwang zur gewohnten archaischen Art der Fortpflanzung teilt die Menschheit in zwei Klassen und hat die wechselseitige Ausbeutung von Eltern und Kindern zur Folge. Einer der Hauptgründe für die Unfähigkeit des Menschen zum schnellen Umlernen liegt in der fatalen Mimesis der Kinder, die auch dann zu Abbildern ihrer Eltern werden, wenn sie dies mit aller Kraft vermeiden möchten. In vortechnischer Zeit, deren Eckdaten seit der Steinzeit im wesentlichen unverändert blieben, war diese stumpfe Nachahmung aus Gründen der Verhaltenssicherheit erwünscht, aber in der technischen Welt ist sie anachronistisch und zugleich gefährlich dumm. Ebenso offensichtlich sind die schlimmen Folgen unserer bisherigen Art der Ernährung. Zu erinnern ist nur an die weltweite Vergiftung der Böden, an unsere nicht auf die anderen Gattungen zu beschränkende Räubermentalität und an unsere Tendenz, alles Lebendige erst einmal daraufhin zu prüfen, ob es eßbar sei. Aber auch die weltweite soziale Ungerechtigkeit, die durch die Eßgewohnheiten der Menschen in den Industrieländern wesentlich verursacht wird, wäre zu nennen. All dies ist durch eine genetische Umstrukturierung unserer Verdauungsorgane zu beheben, und die zu erwartenden Einsprüche der Gourmets sind dann ebenso zu behandeln wie die Einwände von Lustmördern. Ein Mensch, der seine "Spitzenstellung in der Nahrungspyramide" nicht als Freibrief für mörderische Völlerei ansieht, sondern verantwortungsbewußt künstlich auf sie verzichtet, paßt keineswegs "die Natur stromlinienförmig den Menschen an", wie Ludwig Siep befürchtet. Stattdessen suchen wir Künstlichen eine gewaltfreie Symbiose zu erreichen, die aller Natur, also auch der unseren, entspricht. Dies heißt allerdings nicht, eine biologische Moral zu entwerfen, denn es geht keineswegs darum, uns einer anderen Natur auszuliefern und vom Affen oder vom Baum zu lernen, wie wir Menschen sind.

Künstlichkeit ist der wahre Traum vom Menschen, mit dessen Entzifferung wir kaum begonnen haben, obwohl dieser Traum doch mit dem homo generator bereits in Erfüllung gegangen ist. Aber noch können wir die Gesichter der Schlüsselworte nicht sehen, die verhindern, daß wir die Künstlichkeit mit Instrumentalität verwechseln. Denn nichts ist weiter voneinander entfernt! Während wir uns in der Künstlichkeit zum meisterlichen Instrument im Orchester des Lebens entwikkeln, bemüht sich die neuzeitliche Idee der Instrumentalität wider alle Vernunft, das Leben für den "Dienst am Menschen" zu versklaven. Der in Europa zumeist als"Urwaldapostel" verehrte und als Ethiker nicht recht ernst genommene Albert Schweitzer hat den Hauptsatz der Ethik des homo generator bereits formuliert: Töte niemand! Hiroshi Kojima hat jüngst unterstrichen, daß dieser ethische Grundsatz unter den jetzigen Lebensbedingungen niemals einzuhalten ist und lediglich den Charakter einer ethischen Idee besitze, die als eschatologisches. Postulat dienen kann. Aber in der Perspektive des homo generator benennt die blauäugig scheinende Ethik des großen Naturfreundes Schweitzer exakt das entscheidend Neue am künstlichen Leben. Denn als die Künstlichen werden wir autark sein, und dies nicht bloß in Gedanken und als moralische Person. Autark sein heißt, daß unsere Künstlichkeit nur von der Gesamtnatur getragen wird und keine besondere Natur mehr in Anspruch nimmt. Eine autarke Gattung braucht niemanden umzubringen, um sich am Leben zu erhalten.

Weder ist anderes Leben Mittel für uns noch wir Mittel für anderes. Zugehörig zu einer künstlichen Existenz ist die Welt des Menschen selbst ein Kunstwerk. Was wir vernichten, stellen wir selber her, und keine Würde wird damit angetastet. Dies setzt allerdings voraus, daß die "unantastbare Würde" kein metaphysisches Postulat ist und auch nicht auf den Menschen beschränkt werden kann, sondern allen Wesen zukommt, die Schmerz empfinden können. Mit einem Beispiel gesagt: die vermutlich schmerzempfindliche Kakerlake ist kein Schädling, den wir zu recht töten dürfen, sondern wir haben unsere Wohnungen so zu bauen, daß Ungeziefer an ihnen keinen Gefallen findet, oder gentechnologisch der Kakerlake eine andere Umwelt zu verschaffen. Beides dürfte für die Künstlichen kein Problem darstellen. Daß es zugleich vernünftig ist, den Ausrottungsfeldzug gegen andere Gattungen einzustellen, erhellt schon allein daraus, daß es uns bisher nur gelungen ist, die hilflosen Arten auszurotten. Ratten und Kakerlaken haben sich dagegen erheblich vermehrt und sind bloß resistent geworden.

Das absolute Verbot, Schmerzen zuzufügen ((und das ebenso absolute Gebot, Schmerzen unter allen Umständen künstlich zu beenden), ist eine der zahlreichen Konsequenzen für die heutige Wissenschaft und Technik, die aus einer für unsere Gattung genuinen "Verantwortung aus Künstlichkeit" folgen. Kreative Sachwalter statt Fachidioten sollten als Wissenschaftler arbeiten und stolz sein, ihre Standards zu überschreiten. Die sinnlose Flut der Experimente, die Originalitätssucht und der inhumane Konkurrenzdruck sind zu ächten. Jedes Experiment, ob es gelungen oder mißlungen scheint, gehört der Gattung und ist öffentlich in den Datenbanken zu registrieren. Jedes neue Experiment hat sich zuvor als einmalig und wesentlich auszuweisen, bevor es durchgeführt werden kann. Dabei sind strenge Maßstäbe anzulegen, das blinde Herumprobieren im Labor ist ebenso abzustellen wie die übernahme von allein kommerziell interessanten Aufträgen. Das Experiment muß seinen außerordentlichen Rang zurückerhalten — als Erfahrung des Wirklichen, bei dem wir selbst immer auf dein Spiel stehen. Tiere sind nicht als Stellvertreter des Menschen in schmerzhaften Experimenten zu mißhrauchen. jede Gattung hat das, was ihr Nutzen bringen soll, an sich selbst auszuprobieren, oder die Finger davon zu lassen. Die Notwendigkeit von Tierversuchcn für Kosmetika fällt sofort in sich zusammen, sobald mit diesem Grundsatz Ernst gemacht wird. Völlig frei steht uns jedoch das Spiel mit unserer eigenen Schöpfung, die Simulation im Computer. Fast sämtliche heutigen Experimente sind ohne Schaden dalsin zu verlagern und keinerlei Einschränkung bräuchte dabei zu gelten. Die Freiheit unserer Phantasie braucht nicht das Leid der Geschöpfe, um sich auszuleben. Es entspricht bloß der Eigentumsvorstellung einer vortechnisehen Zeit, wenn das oberste Gericht der USA jüngst die Patentierung neuer Lebensformen zuließ und so eine Art "neuer Sklaven" schaffte. Es wäre offensichtliches Unrecht, von uns geschaffene Neulinge zu persönlichem Eigentum zu erklären, denn auch ihre eventuelle Vernichtung müßte sachliche, intersubjektiv zu verteidigende Gründe haben. Künstliches Leben, dies erhellt schon diese knappe Skizze, ist kein arkadisches Leben, sondern eine intensive Existenz mit zahllosen neuen Berufen, eine "große Werkstatt der Mensch- und Weltmaterie", die nach Ernst Blochs Wort "noch längst nicht geschlossen ist". Der Techniker Mensch entwirft, unsere künstliche Intelligenz plant die Details und unsere Roboter stellen hei, was immer der Mensch verantworten muß.

IV. Ein pragmatischer Vorschlag: Der Kuß des Mentors

Nach so viel Zukunftsmusik, die man hören oder dergegenüber man sich taub stellen kann, ist zum Schluß ein pragmatischer Vorschlag angebracht. Da wir keine neue Ethik brauchen, sondern andere Forscher, die das Ethos des homo generator verinnerlicht haben, sind wir auf Zwischenlösungen angewiesen. Unter den gegenwärtigen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen kann man, ich wiederhole dies, eine GenTechnologie an allen schmerzempfindlichen Lebewesen nur strikt ablehnen und politisch mit allen Mitteln bekämpfen. "Rote" Gen-Technologie im verantwortungslosen Geist "wertfreier Wissenschaft" betrieben und dem ökonomisch Stärksten zur Verwertung ausgeliefert, würde uns in einer Weise enthumanisieren, daß der Atomkrieg vielleicht die gnädigere Lösung wäre. Tiefstes Mißtrauen gegenüber den neuen "Hohepriestern" aus den Laboratorien erscheint angebracht und muß sich gerade auf deren Vorschläge für eine "Selbstkontrolle" erstrecken. Ethikkommissionen und Technologiefolgenabschätzung sind allzu schwache Sicherungen und gehen zudem grundsätzlich an der Sache vorbei. Experten und öffentlichkeit sind gleichermaßen unzurechnungsfähig, wenn es darum geht, Verantwortung zu tragen. Bürger gegen Experten zu hetzen, wie es Paul Feyerabend vorschlägt, nützt nichts, denn beider blinde Stellen heben sich gegenseitig nicht auf. Verantwortung ist der Sache nach immer persönlich und keine "gesellschaftliche Akzeptanz", dieses Bündel von egoistischen Motiven, kann die persönliche Zustimmung ersetzen.

Prinzipiell zur Verantwortung unfähig sind die Macher, Wissenschaftler in der Praxis, in deren Belieben faktisch Tun und Unterlassen gestellt ist. Die Verführung durch den Sog des Machbaren und die dazugehörige Angst vor dem Risiko verursachen eine stets verzerrte Perspektive bei den ?Machern. Die Drohung nachträglicher Sanktionen verstärkt diesen Realitätsverlust nur. Verantwortung kann also allein tragen, in wessen Hand es faktisch nicht gelegt ist, zu handeln. Als Ohnmächtiger müßte dieser Mensch jedoch zugleich Betroffener sein, denn sonst könnte er nicht wirklich verstehen, worum es geht. Betroffen ist man wissenschaftlich, wenn man in einem Sachverhalt zu Hause ist, wenn man ein Liebhaber, kein bloßer Fachmann ist. Heute ist solches kreatives Sachverhaltswissen zufällig und gegen die Regel, denn es ist nicht zeitökonomisch, ein Liebhaber zu sein. In Ansätzen gibt es aber durchaus diese Fachwissen mit Allgemeinkompenz verbindende Haltung — besondes bei ethisch aufgewachten Einzelwissenschaftlern in präganter Ausprägung. Allerdings sind auch die Einsteins, Weizsäckers und Weizenbaums vor Irrtümern nicht gefeit und ihre Ansichten nicht immer weitsichtig. Dennoch ist an Wissenschaftler dieser unkonventionellen Art zu denken, wenn für die Gen-Technologie ein neues Berufsbild vorgeschlagen wird: der Beruf des öffentlichen Mentors.

Als unabdingbare Ergänzung zum aktiven Wissenschaftler soll der Mentor ein von institutionellen Bindungen freier Wissenschaftler sein, dessen aktive Zeit schon zurückliegt. Bedenkt man, daß sowieso kaum noch Naturwissenschaftler über 40 an der wissenschaftlichen Front zu finden sind, sondern daß diese Altersgruppe zumeist nur noch verwaltet, was die jungen Teams ausbrüten, so leuchtet es ein, daß hier ein großes Reservoir möglicher Mentoren vorhanden ist. Als Mentor eignet sich allerdings nur, wer als Könner den Aktiven zumindest widerwilligen Respekt abnötigt und mit seinem Sachgebiet weiterhin eng vertraut ist. Außerdem muß der Mentor öffentlich beglaubigt sein und seine Entscheidungen stets gegenüber der öffentlichkeit rechtfertigen. Angeklagt wird im Falle der Unmenschlichkeit eines Experiments nicht der Macher, sondern der Mentor! A!s persönlich verantwortlicher Mittler zwischen Wissenschaft und Bürger genießt der Mentor das Vertrauen beider Seiten. Dem Wissenschaftler kann es nur recht sein, wenn nicht ein anonymes Gremium, sondern eine ausgewiesene Persönlichkeit sein Gesprächspartner ist, den er überzeugen muß. Und ebenso kann die Offentlichkeit beruhigt sein, wenn sie weiß, daß sich je mand persönlich verantwortlich fühlt und auch die Folgen des Experiments wachsam im Auge behält. Wissenschaftler, die Experimente vorhaben, müssen selbst nach ihrem Mentor suchen. Ohne dessen "zweite Unterschrift" wird kein Experiment mit schmerzempfindlichen Wesen oder mit Auswirkungen auf solche zugelassen. Vor allem für die Gen-Technologie ist dies eine conditio sine qua non. Allerdings darf man das Prinzip der zweiten Unterschrift nicht als rechtlichen oder bürokratischen Akt verstehen, sondern die Zustimmung des Mentors ist ihrer emotionalen Qualität nach der Kuß, mit dem wichtige Verträge in alten Zeiten besiegelt wurden.

LITERATUR

Robert H. Blank: The Political Implications of Human Genetic Technology Westvicw Press: Boulder 1981.

Carsten Bresch: Zwischenstufe Leben. Piper-Verlag: München 1977 "Der Mensch — ein Satz knetbarer Moleküle?" DER SPIEGEL, Titelgeschichte, Nr. 47/1983, S. 212-235

Götz Grossklaus und Ernst Oldemeyer (Hrsg.): Natur als Gegenwelt. Van Loeper: Karlsruhe 1983 (enthält auch: Günter Ropohl: Technik als Gegennatur).

Genetic Technology: A New Frontier. Ed. Office of Technology Assessment. Westview Press: Boulder 1982.

Genforschung und Genmanipulation. Hg. Friedrich-Naumann-Stiftung. J. Schweitzer-Verlag: München 1985

Günter Haaf: Hände weg von der Keimbahn. In: DIE ZEIT Nr. 21, 17. 5. 1985, S. 78

David A. Jackson / Stephen P. Stick: The Recombinant DNA Debate. Prentice-Hall: Englewood Cliffs 1979

Hans Jonas: Biological Engineering: A Preview. In: Philosophical Essays. Prentice-Hall: Englewood Cliffs 1974, S. 141-167

Hans Jonas: Technik, Ethik und Biogenetische Kunst — Betrachtungen zur neuen Schöpferrolle des Menschen. Festvortrag bei der Jubiläumsveranstaltung "Hundert Jahre Hoechst Pharma" in: Frankfurter Rundschau Nr. 156, 7.7.1984, S. 10.

Reinhard Löw: Leben aus dem Labor. Gentechnolgie und Verantwortung — Biologie und Moral. Bertelsmann-Verlag: München 1985.

Thomas A. Shannon: Bioethics. Paulist Press: New York 1976

Ludwig Siep: Der gezüchtete Mensch: Personalität als Maßstab der Gentechnik. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 95, 24. 4. 1985, S. 31

Harold M. Schmeck Jr.: The Promises of Gene Therapy; In: The New York Times Magazine, 10. 11. 1985, S. 116 ff.

Ernst L. Winnacker: Gene und Klone. Verlag Chemie: Weinheim 1985. Walther Ch. Zimmerli: Gutachterliche äußerung zu "überlegungen zur An wendung gentechnischer Methoden am Menschen"; in: Gentechnologie. J. Schweitzer Verlag: München 1984, S. 43-46.

Walther Ch. Zimmerli: Dürfen wir, was wir können' Schriftenreihe der Juristischen Studiengesellschaft: Hannover 1985.

Obiger Beitrag geht zurück auf den Vortrag des Autors in der Sektion "Lebenstechnik" des Internationalen Kongresses für Technikphilosophie 1985 in Enschede/ Niederlande.

Der Autor: Prof. Dr. Wolfgang Schirmacher lehrt Philosophie in New York am Philosophy and Technology Studies Center der Polytechnic University und im Media Studies Program der New School for Social Research.

Prof. Schirmacher, der bis 1985 an der Universität Hamburg tätig war, ist Präsident der Internationalen Schopenhauer-Vereinigung.


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