Netzwelt von innen.
Eine Medienphilosophie des Zwischen
Die elektronische Revolution hat ihren Marx noch nicht gefunden. Um einen berühmten Satz abzuwandeln: Die Philosophen haben die Netzwelt bloß kritisiert; es kommt aber darauf an, in ihr zu leben. Eine Kritik der Netzwelt wird daran zu messen sein, ob und wie sie dazu beiträgt, ein gelingendes Leben auch unter den Bedingungen des Netzes zu verwirklichen. Meine Medienphilosophie beschreibt das Zwischen als authentische Qualität des Netzes und berichtet von einem Leben, in dem Heideggers Bestimmung vom "Ende der Metaphysik" ebenso beachtet wird wie Lyotards Hinweis auf die "Andere Moderne". Vom Menschenbild der herrschenden Lebenswelt wendet sich die Medienphilosophie des Zwischen entschlossen ab und öffnet sich einem "künstlichen Leben", das längst begonnen hat. Strenggenommen, waren wir Menschen schon immer die "Künstlichen von Natur" (Hellmuth Plessner), aber erst die ökologische Kybernetik erzwang eine Erweiterung des Begriffs Leben und erschütterte nachhaltig den verfehlten Dualismus von Natürlichkeit und Künstlichkeit. Wenn Mensch-Maschinen-Systeme alle Merkmale von Leben aufweisen, dann ist es an der Zeit, die alleinige Verantwortung für einen anthropomorphen Begriff des Lebens zu übernehmen, dem nichts Menschliches fremd ist. Aber gerade deshalb bleibt der Sprung in ein Leben voller künstlicher Welten, die sich "gleichursprünglich" hervorbringen, ein philosophisches Wagnis, vergleichbar mit einer Reise ohne Wiederkehr, ein Tod im Interesse des Lebens.
"Live a net before you get a theory" ist ein guter Rat für die gebildeten Verächter der Netzwelt, aber eine erprobte Netzexistenz beseitigt noch nicht das fundamentalere Problem: daß man sich selbst in jede neue Umgebung einbringt. Daher ist es nicht verwunderlich, daß die Netzwelt auch von innen - im alltäglichen Umgang und als Suche nach neuen Ausdrucksformen - der gewohnten Lebenswelt fatal ähnelt. Für den einzelnen mögen Netzeigentümlichkeiten wie (fast) freier Zugang zu Informationen und Postfächern, (ziemlich gute) Anonymität und spielerische Wahl des Geschlechts einen persönlichen Durchbruch bedeuten, aber für die Gattung läuft es schließlich auf eine bloße Verdoppelung der Realität hinaus. Mit Recht ist
von Kritikern wie Arthur Kroker darauf verwiesen worden, daß die Vorzüge des Netzes durch den eminenten Nachteil eines Verschwindens des Körpers aufgewogen werden und nur das "zynische Ohr"[1] und das manipulierte Auge übrigbleiben. Diese strukturelle Leibfeindlichkeit der Netzwelt zeigt sich auch in weit forgeschrittenen Plänen für eine direkte Stimulierung von Lustzentren im Gehirn: Der Mensch als orgiastische Ratte.
Die postmoderne Dekonstruktion der Metaphysik hat Logozentrismus wie Anthropozentrismus, die Dominanz der Symbole wie die Ausbeutung der Natur, zwar theoretisch verwunden und spielerisch neutralisiert, aber wenig davon hat Betreiber und Benutzer der Netzwelt schon erreicht. Beeinflußt sind die (zeitweiligen) Bewohner der Netzwelt nur insofern, als auch sie von der postmodernen Kultur erfaßt und damit in eine Entwicklung verstrickt sind, die weitgehend hinter ihrem Rücken stattfindet. Lehrreich ist die Ironie der Geschichte: Denn daß das Internet, dieses Paradebeispiel der Netzwelt, dezentralisiert und quasi-anarchisch ist, hat mit seiner Entstehung zu tun, war als Kriegslist angeordnet von der stärksten Zentralmacht der Moderne, dem amerikanischen Militär. Wie schwer es den Herrschenden fällt, diese (praktische) Basisdemokratie zu akzeptieren, zeigen die'Versuche, Zensur im Internet einzuführen und Verschlüsselung zu begrenzen. Offenheit ist das letzte, was die Vertreter des status quo in der Gesellschaft im Netz zulassen wollen.
Aber auch jeder einzelne Netzbürger baut sich ein eigenes virtuelles Haus, das gegen Hacker verteidigt werden muß, und Netzbereitsteller (net providers) wie America Online oder Prodigy bauen sogar eigene Städte, in denen dann wie einst im Wilden Westen willkürlich Recht und Ordnung (local law and order) gilt. Doch selbst wenn Neugier und Abenteuerlust beim Netzmenschen die Oberhand gewinnen, so steht er sich selbst doch noch im Wege. Am schwersten zu verlassen - denn da handelt es sich um den Kern der abendländischen Metaphysik -ist ein Selbstbild, das die Welt um mich herum als Mittel begreift. Technologien sind in dieser scheinbar so selbstverständlichen Sicht bloße Instrumente für Ziele, die wir uns setzen. Noch im Spiel und Experimentieren, zu denen die Netzwelt einlädt, bleibt die eigene Absicht leitend und begrenzt den Horizont des Handelns. Wenn heute oft die Offenheit von Netzwelt und Cyberspace herausgestellt wird, so ist dies keine Beschreibung dessen, was tatsächlich im Netz geschieht, sondern nur ein wenig aussagekräftiger Vergleich mit der sogenannten Realwelt. Verglichen mit dem Hochsicherheits-gefängnis, das wir unseren Alltag nennen, ist das Netz ein Gefängnis für Freigänger. Die konsumfreudige Technokultur der amerikanischen Westküste, mit ihrem ungebremsten Appetit auf neue Weltbilder auch in Europa und Japan inzwischen Vorbild, stattet unsere Netz-Zelle mit faszinierendem Spielzeug aus und findet für die Gitterstäbe ein atemberaubendes Design.
Künstliches Leben entwickelte mit dem Cyberspace eine neue Gegend, aber künstliches Leben geht keineswegs in digitaler Existenz auf. Die humanen Techniken, die uns am Leben erhalten, haben ein weites Spektrum, reichen vom Atmen bis zum Informationsaustausch, und werden ständig erneuert. Ausnahmslos jede Technik ist für den Menschen eine Lebensweise, über deren Qualität entscheidet, wie sie zum Gelingen des Daseins beiträgt. Die Netzwelt bliebe ethisch leer und somit inhuman, wenn wir in ihr auf eine erfüllte Existenz verzichten müßten. Von außen - und gelegentlich auch von innen - ist der Netzwelt vorgehalten worden, die Fülle der humanen Kommunikation extrem zu reduzieren und durch Geschwindigkeit wie Funktionalität abzulösen. Eine "Ästhetik des Verschwindens" (Paul Virilio) scheint im Netz am Werk, deren Ergebnis nicht Offenheit, sondern Einförmigkeit ist. Ob die Netzwelt prinzipiell offen oder geschlossen ist, wird eine Medienphilosophie des Zwischen nicht als metaphysische, sondern als pragmatische Frage behandeln müssen. Die Praxis der Offenheit entscheidet letztlich über das anthropomorphe Gelingen des Netzes, wie es sich in so unscheinbaren wie wesentlichen Lebenstechniken vollzieht. Orientieren nach dem Erhabenen, Entwerfen einer Monade und unmerkliches Gelingen sind drei dieser Lebenstechniken, die eine humane von einer inhumanen Netzwelt unterscheiden helfen.
II. Orientieren auf das Erhabene hin: Gibt es ein Leben nach der Technik?
Suchen, Lesen und Senden, Meinungen und Informationen Austauschen, Surfen und Hacken sind die Aktivitäten der Netzweltbewohner, ob Digerati oder Cyberpunks. Eine brisante Mischung aus Bibliothek, Radio, Illustrierte, Video, Postfach, Telefon, Anschlagtafel, und Werbefläche[2] bringt das Internet auf den Bildschirm unseres Computers. Die "Integration von Computer, Telefon und mehrfach codierten Daten-banken, (bald) in Verbindung mit automatischen Sprachübersetzungs-programmen,"[3] verändert unsere Wahrnehmung wie unseren Gebrauch von Zeichen. Alle Sinne sind gefordert in der multimedialen Netzwelt, in der zunehmend die technische wie emotionale und mentale Fähigkeit kommunikativer Praxis wichtiger wird als die Geschwindigkeit der Kommunikation.[4] Der virtuelle Kosmopolit kennt keine Hierarchie, denn alle "Adressen" sind im Internet gleichberechtigt, und der Verrückte von heute ist die Kultfigur von morgen. Es gibt auch keine Zaungäste in der Netzwelt: Man ist entweder drinnen oder draußen.[5] Die einst alternative Technokultur wird von einer kapitalistischen abgelöst, und die Kräfte des Marktes gestalten mehr und mehr, was der virtuellen Weltgemeinschaft angeboten wird. Dienstleistungen der Realwelt werden in digitaler Form angeboten, vom virtuellen Bankkonto[6] bis zum online-Glücksspiel.[7] Ein Renner werden sicher die konkurrenzlos billigen Ferngespräche im Cyberspace, und man schätzt, daß in 15 Jahren zwanzig Prozent der Amerikaner in virtuellen Büros arbeiten werden (schon heute sind es 9 Millionen).[8]
Schon eine oberflächliche Analyse ergibt, daß sich die rasante Entwicklung der Netzwelt vor allem der Tatsache verdankt, daß in ihr nützliche Einrichtungen und Dienste der Realwelt simuliert werden, wobei deren Gebrauch entscheidend vereinfacht wird. Allerdings wird diese Verdoppelung bestehender Verhältnisse nun zunehmend auch von den unangenehmen Seiten der Realität eingeholt, sei es beim ärgerlichen Datenstau oder dem massierten Auftreten von Trick-betrügern und militanten Rechtsradikalen im Internet.[9] Auch daß nur zehn Prozent der Netzbewohner weiblich sind, wirft die Frage auf, welche Art von Realität hier verdoppelt wurde. Daß der Cyberspace nur einer von vielen "sozialen Räumen" sei und nicht überbewertet werden sollte, wird beschwichtigend eingewandt. Aber diese soziologische Sicht verfehlt das Phänomen der Geburt einer neuen künstlichen Welt, die Vorbildcharakter besitzt. Es sind gerade die Kritiker dieser Entwicklung wie Neil Postman, die eingeräumt haben, daß alles kulturelle und soziale Leben längst technologisch vorgeprägt ist.[10] Hat die Technik die Kontrolle über unser Leben übernommen, ist ein Wille am Werk, den kein menschliches Maß mehr kontrolliert? Hilflos bejammern manche Theoretiker, daß uns die Macht zur Weltveränderung von den kybernetischen Maschinen entwunden wurde, und maximal 100 Jahre gibt man den Menschen noch, bevor sie den Status erhalten, den wir heute Tieren zubilligen, und zu den neuen Herren der Evolution aufschauen.[11] Ernster zu nehmen sind da Paul Virilios Bedenken, die unser Verhältnis zur anderen Natur betreffen[12], aber auch die scharfsinnige Verteidigung der Phantasie, die Dietmar Kamper vorgelegt hat.[13] Während Virilio fürchtet, daß die Natur zum "Phantomglied" der Menschheit wird, hat Kamper gezeigt, wie sehr auch Fiktionales und Virtuelles die Offenheit der Phantasie bedroht.
Wer sich also auf die Netzwelt einläßt, sollte eher den Kritikern als den Apologeten dieses virtuellen Kosmos folgen. Computernetze sind gerade deshalb künstliches Leben, weil ihre Entwicklung nicht vorhergesagt werden kann und jeder Schritt unsere Selbstverantwortung herausfordert. Die Netzwelt ist keine "zweite Natur", deren Gesetzen wir gehorchen und deren Bedingungen wir uns unterwerfen müßten, sondern ganz im Gegenteil ein unbekanntes Leben, das wir gestalten, indem wir es uns anverwandeln. Diese Anverwandlung geschieht zwar in Technologien, aber folgt keineswegs sogenannten technischen Sachzwängen. Es gibt ein Leben nach der Technik, und die Netzwelt ist ihren Möglichkeiten nach durchaus eine dieser posttechnischen Lebenswelten. Sie ist es sogar in ausgezeichneter Weise, denn "nach" der Technik heißt nicht "ohne" Technik, sondern "gemäß" der Technik und zugleich ohne besondere Rücksicht auf sie. Die posttechnische Netzwelt nutzt jede Technologie und entwickelt ständig neue, aber dies ist ebenso selbstverständlich wie gleichgültig, einem unbewußten Strömen gleich, das wir von unseren anderen Körperfunktionen gewohnt sind. Unser Cyberkörper ist weder eine Prothese noch beschränkt er die Phantasie, sondern ein besonderes Medium unseres Weltumganges und technologisches "Sein-für-die-Welt" (Deleuze). Hatte man den hybriden Technokörper als verletzlichen Leib mit instrumenteller Ausstattung[14] verstehen müssen, so ist der posttechnische Körper ein sinnesfreudiger Erforscher von unbekannten Welten und nicht im geringsten in Sorge um sein Überleben. Auf die erotische Anziehung des Cyberspace hat der Amerikaner Michael Heim hingewiesen,[15] aber Erotik muß man hier im Sinne von Platon oder Bataille als Suche nach dem Anderen verstehen, nicht als Einladung zum Virtuellen Sex, diesem "ultimate tease".[16]
Die Netzwelt ist für den sie erkundenden posttechnischen Körper ein Zwischen, dem die Pole abhanden gekommen sind. Zusammengehalten wird die Netzwelt von Löchern, und nur dem Prozeß selbst kann man vertrauen. Unaufhebbar labil ist die Ordnung der Netzwelt, ihr Gleichgewicht ein Zwischen, das sich stets erneuern muß und niemals zu sich zurückkehrt. Die technokratischen Hoffnungen auf Flexibilität und Funktionalität, auf ungestörtes Spiel und leicht erreichbaren Konsum ließen sich zwar erfüllen, aber dann würde die Netzwelt zur bloßen Doppelwelt erstarren. Dies wiederum müßte zur (heftigen) Geburt (violent birth) einer neuen Netzwelt führen, gibt es doch genügend posttechnische Cyberkörper, die sich ihr Menschenrecht auf eine neue und eigene Welt nicht abkaufen lassen. Diese Eigenwelt zeichnet aus, daß sie monadisch ist, ganz die meine und doch militant offen zum Unbekannten hin. Die Technokratie zerschlägt das Subjekt in fragmentarische Teile, aber das posttechnische Selbst, in Identität und Differenz mit seinem Körper verbunden, ersteht jedesmal neu, so fließend wie der T-1000 (as the liquid body of) in James Camerons Film "Terminator Zwei" (1991). Schon Heidegger hatte Dasein als "Seinkönnen und Freisein für seine eigensten Möglichkeiten"[17] bestimmt, und Merleau-Ponty verwies auf den Körper als unseren "Sitz" im Leben, den Leib als unsere Seinshaut, angesiedelt im mehrdeutigen Zwischen.[18] Phänomenologisch betrachtet ist der Körper frei zu seinem Können (und Versagen), und alle Materialien der Welt drücken seine Möglichkeiten bloß aus. Das Können eines Selbst ist nicht am status quo der Datenbanken interessiert, sondern wird vom Erhabenen angezogen. Von altersher im Zwischenbereich von Endlichkeit und Unendlichkeit, von Schönheit und Häßlichkeit, Leben und Tod angesiedelt, gewährt das Erhabene dem Cyberkörper die Erfahrung des Unbekannten, Ungeheuren, Nicht-Vorzeigbaren. Solche Erfahrung vermittelt keine Inhalte, aber ein Gefühl der Achtung und der Grenze, die als Maß einer Orientierung im Netz unabdingbar ist. Wer in seinen Erwartungen vom Erhabenen enttäuscht wurde, und jede Enttäuschung ist auch ein körperliches Gefühl, hat etwas Wesentliches gewonnen: Er ist gegenüber den Versprechungen der elektronischen Glücksanbieter immun geworden.
Am "Leitfaden des Leibes" (Nietzsche) muß sich das Selbst in der posttechnischen Medienkultur entwerfen, aber welcher Körper, welche Medien, welche Kultur? Die ästhetische Erfahrung, zu der uns Kunst verführt, kann in ihrer wagemutigen Offenheit die Lebensformen des Netzes anregen, ohne sie jedoch ersetzen zu wollen. Der New Yorker Gruppe "Artificial Life: Media, Art, Philosophy" gehören bildende Künstler ebenso an wie Filme- und Videomacher, Philosophen, Grafiker, Designer und Journalisten. Ihre gemeinsame Hoffnung ist, zu einer "Kunst des Lebens" beizutragen, die sich in jeder der heutigen Menschenwelten bewährt und zugleich die Möglichkeiten von Medien, Kunst und Philosophie erforscht. Universalismus ist nicht angestrebt, sehr wohl aber Gerechtigkeit, die jedem Spiel den besten Einsatz abverlangt.[19] Die von Klaus Ottmann jetzt gleich in einem WEB PAGE vorgestellte Kunst in der Netzwelt erinnert an den Körper als wesentliche Bedingung gelingender Netzwelt. Aber es ist nicht derselbe Körper, von dem die Kritiker mit Recht sagten, er werde durch Digitalisierung vergessen. Die Künstler der Artificial Life-Gruppe in Ottmanns virtueller Galerie decken, ohne belehren zu wollen, ein hartnäckiges Vorurteil auf, das erschwert hat, den Grundsatz der Lebenskunst "Kein Humanität ohne Leib!" für die Netzwelt fruchtbar zu machen. Die Arbeiten von Tracy Essoglou, Emily Lutzker und Kathleen Ruiz zeigen, daß der menschliche Körper weder der Realwelt noch der virtuellen Welt angehört, sondern ein intuitiv im Zwischen von Innen und Außen, Konkretion und Abstraktion aktives Leibverständnis ist. Gerade auch Hazen Reeds interaktive Multimedia-Installation "People Living with AIDS" beweist, daß wir uns in diesem körperlichen Zwischen, das von einem unaufdringlichen Verstehen durchstimmt wird, ohne Schwierigkeiten aufhalten, solange wir nicht versuchen, theoretisch festzustellen, wo denn jetzt unser Leib geblieben ist. "Lebendig sein" (being alive) entscheidet ein Zwischen, die Interaktion.
WEB PAGE: Klaus Ottmann's Virtual Gallery presents: Tracy Ann Essoglou, Emily Lutzker, Hazen Reed & Kathleen Ruiz, members of the New York based group ARTIFICIAL LIFE: MEDIA, ART, PHILOSOPHY
III. Entwerfen eines Selbst: Nomadische Monade in der posttechnischen Medienkultur
"Unter jedem Grabstein liegt eine Welt begraben", schrieb Heinrich Heine. Das Selbst ist in seinem Eigenverständnis eine Monade, eine nicht weiter reduzierbare Einheit von mikrokosmischer Qualität. Gerade versierte Bewohner der Netzwelt, ob bärtige Internet-Programmierer der ersten Generation oder Cyberpunks mit Körperschmuck, finden sich leicht in dieser Beschreibung wieder, sind sie doch eigensinnig, unabhängig und kreativ.[20] Gilles Deleuze hat mit seinem epochalen Buch "Die Falte - Leibniz und der Barock"[21] das monadische Selbst für die Gegenwart zurückgewonnen. Der Mensch als Monade erfüllt auf endliche Weise die unendliche Aufgabe des "Faltens, Entfaltens und Wiederfaltens" (folding, unfolding, refolding)[22] von Materie, Zeit und Raum, oder einfacher gesagt: der materiell-geistige Prozeß der Erschaffung der Welt hört nie auf und wiederholt sich in jedem einzelnen. Die Netzwelt ist also keineswegs eine anthropologische Neuheit, sondern erfüllt deutlicher als je zuvor unsere Wesen als die Künstlichen von Natur, denn in der Netzwelt ist die Vorherrschaft (primat) von Biologie und auch von Metaphysik wie ein Schmerz verwunden. Der Tod wird zur sachlichen Nachricht von einem "irreversiblen metabolischen Koma", [23] und im elektronischen Falten (electronic folding) entwirft sich das Selbst als sein "Ereignis Technik" (event of technology).[24] Wir Monaden sind, ob wir wollen oder nicht, autonome Wesen, Selbstgesetzgeber, und absolut verantwortlich für die geschaffene Welt, sei sie Gesellschaft, Natur oder Internet.
Die Welt muß ihren Platz im Subjekt haben, erklärt Deleuze, damit das Subjekt eine Welt hervorbringen kann. (The world must be placed in the subject in order that the subject can be for the world.) Heideggers "In-der-Welt-Sein" geht nach Deleuze ein "Sein-für-die-Welt" (being for the world) voraus, unsere authentische Individualität. Daß die Monade keine Fenster hat, wie Leibniz herausfordernd festhielt, sondern verschlossen (closure) ist, ist die Bedingung dafür, daß in jedem einzelnen jederzeit eine neue Welt beginnen kann.[25] Natalität nannte dies Hannah Arendt, die urmenschliche Fähigkeit zu so radikalen wie unerwarteten Lebensänderungen.[26] In jedem "Umschlag"(envelopment), so unterstreicht Deleuze, ist buchstäblich eine "ganze Welt einge-schlossen", die außerhalb des Umschlags nicht existiert. Virtualität und Freude-an-sich-selbst (self-enjoyment)[27] zeichnen diese welterzeugende Monade aus. Virtuelle Realität war Realität immer schon für uns, denn alle "Falten" existieren zuerst und authentisch allein in der Seele, zu der Einbildungskraft wie Selbstvertrauen gehören. "Die Welt ist, was die Seele ausdrückt (expresses)", betont Deleuze, und daher bewegen wir uns stets vom Virtuellen zum Realen.[28] Die Selbst-Freude bringt den Körper ins Spiel, ohne den kein bestimmter und besonderer Ausdruck zu verwirklichen wäre. In der Freude wählt die Monade aus: "Alles ist gewöhnlich, aber alles kann auch einzigartig sein!" (Everything is ordinary! Everything is unique!)[29] Der gewählte Ort der Lebenslust, unverwechselbar in seiner Konkretheit, kommt aus der Dunkelheit (comes out of the obscurity) der Seele, bestimmt uns ein Ereignis lang stürzt zurück in die Dunkelheit (is plunging back into the obscurity of) der unablässigen Faltungen (endlessly foldings).[30]
Die Netzwelt kann also als körperlicher Ausdruck einer posttechnischen Seele verstanden werden, als reale Virtualität und ein Fest der Selbstfreude. Das Selbst, das sich in diesem Netz entwirft, ist weder biomorph noch technozentrisch, sondern in einem genauen Sinn "erotisch": auf der Suche nach dem, was noch nicht ausgedrückt ist und vielleicht nie ausgedrückt werden kann. Es hat dann nichts mit der Netzwelt zu tun, und fällt auf den jeweiligen Menschen selbst zurück, wenn ein Internet-Pionier wie Clifford Stoll heute zu beobachten glaubt: "Man lebt ein viel oberflächlicheres Leben online als in der realen Welt."[31] Keine Welt ist authentisch, wenn sie bloß als Ersatz für eine andere herhalten muß; daher sollte jede Welt nach ihren eigenen Gegebenheiten beurteilt werden (on its own terms). Das Machtspiel der Hierarchie, was ist besser und was ist schlechter, verletzt die Unvergleichlichkeit der Welten, die gleichursprünglich miteinander existieren. Tatsächlich zeigt eine soeben veröffentlichte, erste empirische Studie "The Interactive Consumer"[32], daß die Netzbürger in der Mehrheit Individualisten mit Selbstvertrauen sind. Mit Hilfe der neu entwickelten JAVA-Sprache, von Experten mit Prometheus' Geschenk des Feuers verglichen, wird Interaktion zurück ins eigene Haus gebracht. Das Gespräch der Seele mit sich selbst, Platons ideale Kommunikation, erhält also eine Netzform, und zugleich schützt JAVA als muskelstarker Rausschmeißer auch vor Gaunern, Viren und Trojanischen Pferden.[33]
Mit JAVA wird noch greifbarer, wie eine posttechnische Medienkultur vom nomadischen Selbst gestaltet wird. Virtuell wird nicht nur die Bibliothek, sondern werden auch Haus, Büro, Kaufhaus, Universität, Städte und Gemeinschaften aller Art. Zwar ist die bloße Verdoppelung der bestehenden Verhältnisse eine Gefahr, die diesen Zug zu einem holographischen Universum, das durch Informationen erbaut wird, ständig begleiten wird, aber der Umschlag von Quantität zur Qualität ist ebensowenig zu leugnen. "Heiße Verbindungen" (hot links) werden zunehmend die noch allzu bibliothekarisch geprägten Querverweise (cross-indexing) ersetzen. Es ist ein anderes Leben (und nicht bloß das Leben anders), wenn der visuelle Diskurs die Beschreibung durch Worte und eine virtuelle Besichtigung die reale Begehung ablöst. Aber der in vielen von ihr erschaffenen Welten heimischen Monade liegt nichts ferner, als sich von einer bestimmten Welt völlig in Anspruch nehmen zu lassen oder deren Fortbestand zu garantieren. Denn jede Verfestigung würde die Orientierung auf das Erhabene beeinträchtigen und zugleich die Freude an der eigenen Existenz zerstören, die aus der Abwechslung kommt. Die heftige Diskussion um den kybernetischen Organismus, als Cyborg verdammt oder gefeiert,[34] bestätigt nur, wie wenig Gestaltungskraft dem Selbst zugetraut wird. Der postmechanische Körper, refiguriert in jeder möglichen Weise, ist in der Tat, wie Virilio vermerkt, ein technologischer Eingriff in die innere Welt dessen, was wir bisher unseren Körper nannten. Aber das traditionelle Leibverständnis war ebenso bloß eine "Faltung" von Materie, Zeit und Raum, wie es jetzt der Cyborg ist. Beide sind Lebensformen, die es verdienen, eines Tages in die Dunkelheit der Seele zurückgenommen zu werden, dem Strom des Vergessens anheimzufallen, damit neue und unerhörte Formen entstehen können. Das Selbst hat daher auch als Netzmonade ein Nomade zu sein, immer in Bewegung und bereit, an Tod wie Geburt im Prozeß des künstlichen Lebens mitzuwirken. Im Unterschied zu Leibniz gehorcht bei Deleuze das kommunikative Spiel der Monaden keiner vorgängigen Harmonie (prestabilized harmony), sondern Übereinstimmung löst sich auf und "Eindringung" (penetration) läßt sich nicht vermeiden. Der daraus resultierende Unterschied mit seiner Chaos-Ordnung (chaosmos) ermöglicht uns jedoch gerade, immer wieder auf neue Weise unsere Welt und deren künstliche Natur zu "organisieren". Oder mit Baudrillard gesagt: "Das Andere ist, was mir erlaubt, mich nicht fortwährend zu wiederholen" (The Other is what allows me not to repeat myself for ever). [35]
Jennifer Fischer und Patricia Pericas sind zwei Mitglieder der New Yorker ARTIFICIAL LIFE-Gruppe, die bewußt mit der Andersheit der Netzwelt arbeiten. Jennifers Entwurf eines online-Studiums (education) behandelt das Netz als selbstverständliche Umwelt, die durch Durchsichtigkeit (transparency) ausgezeichnet ist. Patricia hat ein Künstliches Lebensspiel (artificial life game) vorgeschlagen, das jedem Mitspieler erlaubt, mit dem Material der Vergangenheit Geschichte in einen offenen Prozeß verwandelt. Für beide ist die noch weitgehend unbekannte Netzwelt anders als die bisher bekannten Welten, und das ist ihr Vorzug. Aber dennoch wird in jeder Welt die Kunst des Lebens gebraucht, und ist der ganze Mensch gefordert und nicht seine zum Instrument verarmte Existenz.
TAPE 3:30 minutes
IV. Unmerkliches Gelingen als Ethik der Netzwelt
Unvorhersehbar kann das Leben im Netz für den einzelnen sein, und damit aufregend, lernintensiv und charakterbildend. Als ernstes Spiel und magisches Tor zu neuen Wirklichkeiten sind die Möglichkeiten der Netzwelt unübertroffen. Allerdings bleibt zu fragen, wie das Netzleben sein eigenes Gelingen beurteilt und welche Art von Identität es ermutigt. In diesem Wie entscheidet sich die Ethik der Netzwelt, wird "gutes Leben" erfüllt oder verfehlt. Fangen die elektronischen Netze ein und sichern zugleich ab, was bisher der Aufmerksamkeit und Kontrolle entgangen ist? Dann geriete eine Gelingensethik in Gefahr, die unmerklich und vorbewußt als "Vernunft des Leibes" und "Unschuld des Werdens" wirksam ist.[36] Eine instrumentelle Wahrnehmung hat die Netzwelt mit der Absicht hervorgebracht, Informationenen auszutauschen. Aber jede Weiterentwicklung löst notwendigerweise diese allzu beschränkte Intention auf und öffnet sich einer "Überwahrnehmung", die das "zweifach Andere" (Lyotard), Ereignis und Sache (event and material)[37], als produktive Störung einbringt. Weder der (postmoderne) Verzicht auf Identität noch eine prinzipiell der Selbsttäuschung unterliegende Eigendiagnose kann ein ethisches Dasein anzeigen. Wie Glück und Leid beim einzelnen Menschen gelingen, muß unmerklich sein, kann aber "am Rande" wahrgenommen werden. Unmerklichkeit (imperceptibility) zeichnet das Gelingen des menschlichen Lebens aus. Für eine Ethik der Netzwelt ist unmerkliches Gelingen so notwendig wie selbstverständlich. Der Japaner Toshiharu Ito hat gespürt: Gelingen "ist wie der Wind, den man nicht sehen, aber fühlen kann."[38] Noch soziale Mimesis wird im monadischen "Leben-für-die-Welt" (Deleuze) durch die Medien indirekt erzeugt, und es wäre ethisch sinnlos, dafür Zwecke auszubilden. Die Netzwelt gelingt in unmerklichen Wahrnehmungen wie Überhören, Verklingen, Verwischen, Träumen, Vergessen, Seinlassen, Verwinden, "Asche": Paul Celans "Herzland" ist ein "Niemandsland" (Adorno).[39]
Die freie Natur des Internets hat unseren Blick dafür geschärft, daß Netze keinen permanenten Charakter haben, sondern geknüpft werden und sich wieder auflösen. Der Stil der Netztechnologie ist zutiefst pragmatisch: "es geht" (it works)[40] ist im Zwischen von Funktionieren und Gelingen angesiedelt; es braucht unser Einverständnis, das aber ganz temporär ist: "für den Augenblick". Auch Identität hat in der Netzwelt einen reinen Zwischencharakter, und jede neue Persönlichkeit, die ich authentisch existiere, verdankt sich dem Vergessen des sogenannten Selbst. Eintauchen in den Anderen, sei er ein Heiliger oder ein Mörder, ist das Wahrnehmungswunder des Netzes. Der Schlaf der kontrollierenden Vernunft gebiert ein Ungeheuer mit unendlich vielen Gesichtern (a multi-personality-freak). Doch die herausforderndste ethische Eigenschaft der Netzwelt ist das Ende der Tyrannenherrschaft der Biologie über den Menschen. Die Kunst des Lebens hatte schon immer darin bestanden, durch die anthropomorphe Veränderung der anderen Natur Spielräume der Humanität zu schaffen, aber niemals zuvor gelang uns soviel Künstlichkeit. Weder ist für den Netzbürger weiterhin die "erbärmliche Abhängigkeit" vom biologischen Körper als Schicksal hinzunehmen, noch wird der Tod als Feind gefürchtet. Der Tod im Netz ist eine aufregende Grenzerfahrung! Der Dualismus von Tod und Leben ist aufgehoben; ich existiere nicht. Es gibt nur Leben - in unzähligen Formen. Das Nichts ist keine Vernichtung, sondern das Versprechen einer anderen Fülle.
Anthropozentrisch und damit gewalttätig wäre, einen bestimmten Netzkörper oder eine historisch erfolgreiche Form des Netzlebens festzuschreiben und als neue Humanität auszurufen. Doch solches Monopol, in der Menschheitsgeschichte als ideologische Knotenpunkte zu beobachten, verhindert eine Ethik der Netzwelt, die von der Offenheit des Zwischen durchstimmt ist. Im freien Wechsel der Körper, zu denen auch der Cyborg gehört, hat das Zwischen seinen Ort. Auch grausame Leiberfahrungen wie Verletzung, Tortur, Verrottung, und Sterben lassen sich jetzt mit aller Kühnheit machen, denn mein Zwischen-den-Körpern (in-between-bodies) kann nicht gefährdet werden. Kybernetische Unsterblichkeit wird durchaus nicht durch Flucht vor dem biologischen Tod erreicht, wie Kritiker meinen,[41] sondern durch ein immens bereichertes künstliches Leben. Nach 150 Jahren, so intensiv wie unmerklich gelebt, wird sich der Cybermensch einen Realismus im Geiste Schopenhauers leisten können: "Ein realistischer Blick in die Zukunft heißt, direkt ins eigene Grab zu schauen, und die langsame, aber unvermeidliche Auslöschung von jedermann und allem, das man kennt und liebt, hinzunehmen."[42] (Real futurism means staring directly into your own grave and accepting the slow but thorough obliteration of everyone and everything you know and love.)
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[1] Arthur Kroker: Spasm. New York 1993, p.50.
[2] Cf. Steven Levy: How the Propeller Heads Stole the Electronic Future. New York Times Magazine, September 14, 1995, p.59 ("a combination book, radio, magazine, mailbox, conversation parlor, bulletin board and, oneday, television set").
[3] Ernest Hess-Lüttich: Wie werden wir uns morgen verständigen? Neue Zürcher Zeitung, 4.September 1995, p. 25
[4] Cf. Denise Caruso: Technology - Digital Commerce. New York Times, October 9, 1995.
[5] Cf. Martin Sauter: Fenster zur Welt - Cybercafés in der Schweiz. Neue Zürcher Zeitung, 11.September 1995, p.
[6] Cf. Wired (October 1995), p.51.
[7] Cf. Wired (October 1995), p.134.
[8] Cf. Wired (October 1995), p.68.
[9] Cf. The Far Right: On The Air and On The Internet. New York Times, April 27, 1995.
[10] Cf.Neil Postman: Technopoly.
[11] Cf. Kevin Kelly: Singular Visionary. Wired (June 1995), P.160.
[12] Cf. Paul Virilio: Das Verschwinden des Körpers
[13] Cf.Dietmar Kamper: Unmögliche Gegenwart. München 1995.
[14] Cf. Katherine Hayles:
[15] Cf.Michael Heim: Metaphysics of Virtual Reality. Oxford 1994.
[16] Cf. Michael Marriott: Virtual Porn - Ultimate Tease. New York Times, October 4, 1995, C 1.
[17] Martin Heidegger: Sein und Zeit. Tübingen 1963, p.321.
[18] Cf. Maurice Merleau-Ponty:
[19] Cf. zur Idee einer Gerechtigkeit unter den Bedingungen der Postmoderne Jean-François Lyotard: Just Gaming
[20] Cf. St.Jude, R.U.Sirius, Bart Nagel: Cyberpunk Handbook. New York 1995.
[21] Gilles Deleuze: Die Falte. Frankfurt/ Main 1995 (französische Originalausgabe: Le Pli. Paris 1992.) Zitiert wird nach der amerikanischen Ausgabe (The Fold. 1993).
[22] Deleuze: The Fold, S.137.
[23] Cf. Timothy Leary: Chaos and Cyber Culture. New York 1994.
[24] Cf. Wolfgang Schirmacher: Ereignis Technik. Wien 1990.
[25] Deleuze: The Fold, p.26.
[26] Cf. Hannah Arendt: The Human Condition.
[27] Deleuze: The Fold, S.133.
[28] Deleuze: The Fold, S.26.
[29] Deleuxe: The Fold, S.89.
[30] Deleuze, The Fold, S.98.
[31] Clifford Stoll: Silicon Snake Oil: Second Thoughts on the Information Highway.
[32] Published by Cordiant P.L.C. (New York) by a team of clinical psychologists and cultural anthropologists. Cf. Stuart Elliott: Advertising. New York Times, September 25, 1995.
[33] Cf. John Markoff: Making the PC Come Alive: A Software Company that Puts You in the Picture. New York Times, September 25, 1995.
[34] Cf. Donna Haraway: The Cyborg Manifesto
[35] Jean Baudrillard: The Transparency of Evil - Essays on Extreme Phenomena. Transl. J.Benedict. London 1993 (frz. 1990), p.174.
[36] Cf. Friedrich Nietzsche:
[37] Cf. Jean-François Lyotard: Das zweifach Andere. In: Bildstörung. Ed.J.-P.Dubost. Berlin, 1994, S.14-18.
[38] Cf. H.Ito:
[39] Cf. Cf. Theodor W.Adorno: Kants "Kritik der reinen Vernunft". Vorlesungen Bd.4. Nachgelassene Schriften IV. Ed. Tiedemann. Frankfurt 1995, S.
[40] Cf. Paulina Borsook: How Anarchy Works - On location with the masters of the metaverse, the Internet Engineering Task Force. In: Wired (October 1995), S.110-118.
[41] Cf. Der Datendandy. Hsg. Agentur Bilwet. Mannheim 1994, S.189.
[42] Cf. Bruce Sterling: The Future? In: Scenarios: The Future of the Future. Special Wired Edition (1995), S.170.