Der virtuelle Mensch - ein Trans ohne Eigenschaften?
Methodische Vorbemerkung
Um naheliegene Mißverständnisse zu erschweren, sei darauf hingewiesen, daß nach meinem Verständnis Techniken (Technologien) niemals bloße Werkzeuge darstellen, die der Mensch zu guten oder schlechten Zwecken gebrauchen kann. Nicht einmal die schon genauere Bestimmung von Techniken als Verlängerung unserer Sinnesorgane (Fernsehen = Auge) trifft den eigentlichen Sachverhalt: In Techniken gestalten wir die Menschenwelt nach unseren Vorstellungen. Techniken sind also anthropomorphe Weisen der Existenz, im strengen Sinn Lebenstechniken, und in dieser Hinsicht gibt es keinen Unterschied zwischen organischen, mechanischen oder kybernetischen Techniken.
Ebenso wichtig ist, nicht in den Denkfehler zu verfallen, Medien und das Internet als Ersatzwelten zu begreifen. Es geht anthropologisch nie darum, etwas zu ersetzen (obwohl dies natürlich faktisch vorkorkommt und auch der Intention einzelner entspricht), sondern zu ergänzen. So wenig, wie die Antriebe des Steinzeitmenschen in uns völlig erloschen sind, so wenig wird Virtualität je das ersetzen, was wir heute Realität nennen. Der französische Philosoph GILLES DELEUZE hat als Wurzelgeflecht (Rhizom) beschrieben, was sich dem fordernden Entweder-Oder entzieht und dem Fließen des Und vertrauensvoll überläßt.1
Außerdem sollte man bedenken, daß der Mensch nicht allein durch Mortalität (Sterblichkeit), sondern ebenso auch durch Natalität (Geburtlichkeit) ausgezeichnet ist: das Denker-Liebespaar MARTIN HEIDEGGER und HANNAH ARENDT hat diesen Bogen geschlagen. Die Sterblichkeit sollte uns nahelegen, uns eines Urteils (vor allem in Form einer Verurteilung) über Lebensformen zu enthalten, die man selber - aller Voraussicht nach - nur in ihren Anfängen erleben wird. Es ist nicht die Welt der heute Erwachsenen, von der die Rede ist! Jedoch gilt auch: Unsere Geburtlichkeit, das heißt die Fähigkeit in jedem Augenblick ganz von neuem und anders als vorher anfangen zu können (von ARENDT als Wesen des Politischen gekennzeichnet) rechtfertigt durchaus unsere Neugier auf das unbekannte (wechselweise gelobte und verdammte) Land der Medien. Auf ewig jung sollte uns kein biologisches Alter zurückhalten, Unerwartetes und Ungehörtes kennenzulernen.
1. Anthropologie des virtuellen Menschen
Nichts ist neu an der Bestimmung virtueller Mensch. Von jeher hat das Nachdenken über den Menschen, die philosophische Anthropologie, die Offenheit als das uns bestimmende Existenzial herausgestellt. Zwar werden wir in bestimmten Verhältnissen geboren, aber nichts kann uns darin halten: der Mensch ist ein geworfener Entwurf (HEIDEGGER), ein Projekt, von dem die Anfangsbedingungen (genetisch und gesellschaftlich) bekannt sind (oder in Zukunft sein werden), nicht und niemals jedoch der Ausgang. Als das nicht festgestellte Tier hat FRIEDRICH NIETZSCHE den Menschen charakterisiert, als Irrläufer der Evolution , unverbesserliches Mängelwesen und Irrtum der Natur faßten ihn die philosophischen Anthropologen der Zwanziger Jahre in Deutschland auf. HELMUTH PLESSNER, der bedeutendste dieser Gruppe, hat in seinem Werk Die Stufen des Organischen und der Mensch (1928) darauf verwiesen, daß unser Platz im Kosmos prinzipiell exzentrisch ist. Indem wir uns zu uns selbst verhalten (oder wie HEIDEGGER sagt, es uns in unserem Sein und dieses Sein selbst geht), sind wir immer schon Trans, uns Übersteigende. Nach PLESSNERs zutreffender Analyse nehmen wir zu unserer Umwelt eine von uns gewählte Stellung ein und steuern diese Offenheit unserer Grenzen mit Hilfe des Bewußtsein. Noch unser Unterbewußtsein - jedenfalls nach dem Psychoanalytiker JACQUES LACAN - drängt uns zu tun, was immer wir zu tun wagen.2 Die Welt ist unsere Vorstellung, auch wenn es zutrifft, daß nach ARTHUR SCHOPENHAUER kein Subjekt ohne Objekt, aber auch kein Objekt ohne Subjekt zu denken ist.3
Auf IMMANUEL KANTs zentrale Frage: Was bedeutet es, ein Mensch zu sein? kann die Antwort allein lauten: Es heißt, virtuell zu sein, ein Möglichkeitsmensch, offen für eine unbekannte Zukunft, ein Trans voller ungeahnter Eigenschaften. Der Schriftsteller und Ingenieur ROBERT MUSIL hat in seinem Jahrhundertbuch Der Mann ohne Eigenschaften (1981) das Schreckensbild einer autonom gewordenen Technik an die Wand gemalt. Der Mensch ist in dieser negativen Vision zur statistischen Zahl reduziert, seine Möglichkeiten werden zu seiner Schwäche, und nur die Transgression verspricht noch den Geschmack des Realen. Aber unendliche Möglichkeiten müssen nicht zur Entscheidungsschwäche führen, die den Apparaten das Regieren überläßt, sondern können den einzelnen Menschen anspornen, jede Chance rigoros wahrzunehmen. Im Guten und im Schlechten ist die amerikanische Lebensweise, wie sie heute global verbreitet ist, ein gutes Beispiel. Doch es gäbe überhaupt keine Entwicklung (von Fortschritt braucht man da nicht zu reden), wenn nicht auch schon unser Vorfahre in der Steinzeit ein virtueller Mensch gewesen wäre, ebenso auf seine Möglichkeiten hin entworfen wie der Mensch am Anfang des 21.Jahrhunderts.
Was sich grundlegend zu ändern beginnt, ist das Bewußtsein dieser Virtualität. Was einst wie ein Fluch erschien, ortlos und ohne feste Identität zu sein, wird jetzt als Chance ergriffen. Vor ihren Computern sitzen Programmierer, Graphiker, Künstler, ja auch Philosophen und entwerfen immer bessere, komplexere. schönere Neue Welten. Von einer Krise des Raumes spricht PETER SLOTERDIJK, denn die Anerkennung unserer generellen Virtualität macht die gewohnten Vorstellungen von Raum und Räumlichkeit zunichte. 4 Als Künstliche von Natur (PLESSNER) finden wir uns nicht bloß in einem In-der-Welt-sein (HEIDEGGER) vor, sondern sind als aktives Für-die-Welt-sein (DELEUZE)5 zu bestimmen. Konkret bedeutet dies: Menschen bringen Welten hervor und befinden sich nicht bloß in ihnen.
Wäre es nicht jedoch denkbar, daß unsere Möglichkeiten darin gipfeln, uns selber abzuschaffen? Was kommt nach uns? fragte die Wochenzeitung DIE ZEIT in ihrer Millennium-Sonderausgabe (1/1999) und stellte sich einer möglichen Zukunft ohne den Menschen, wie wir ihn kennen: Keine Art bleibt ewig. Von diesem Gesetz sind nur die primitivsten Lebensformen ausgenommen Schauen wir in den Spiegel: Nichts deutet darauf hin, daß der jetzige Stand der Evolution ein Optimum ist. Viele Zukunftspropheten glauben, der Mensch arbeite schon an seinem Nachfolger, dem Übermenschen, einem post-humanen Wesen, das nüchtern beschrieben wird: Virtual Reality gibt seinen Wahrnehmungen einen neuen Raum . Die physische und psychische Person wird zunehmend künstlich, ein realisierter Entwurf. Die Techniken der Gehirntransplantate und der gezielten Bewußtseinsdrogen stehen erst am Anfang und deuten doch schon auf das Ende dessen, was die Evolution so mühevoll geschaffen hat. Zwar haben wir uns in der Kultur seit je immer wieder selbst erfunden - aber bald könnte eine neue Phase anbrechen: der Umbau von Körper, Geist und Gefühl.
Wieviel Selbsthaß steckt in diesen Selbstabschaffungsphantasien, wie stark ist da noch der Glaube an ein besseres Jenseits, das mit Hilfe der instrumentellen Technik ins Diesseits zu zwingen ist? Mit den Terminator- Filmen hat Hollywood diesen Techno-Endkampf zwischen Gut und Böse ins Bild gesetzt, wobei ARNOLD SCHWARZENEGGER als Kampfroboter die Seiten wechseln durfte. Ein Mensch, der den Menschen gründlich leid ist, scheint der deutsch-amerikanische Robotiker HANS MORAVEC zu sein: Die klügsten heutigen Maschinen haben Computergehirne, deren Leistung etwa mit dem Nervensystem eines Insekts zu vergleichen ist Aber die Maschinen werden sich von uns fortentwickeln. Superintelligente Maschinen werden das Universum erben, und die biologischen Menschen, ihre Vorfahren, werden nur noch eine historische Erinnerung sein. Gut, daß bei solchen trüben Aussichten eine unserer ausgezeichneten Möglichkeiten der eigene Tod ist! Immerhin läßt sich festhalten, daß weder MORAVEC noch seine Kritiker erleben dürften, wer denn nun recht hat - es geht also immer nur darum, welche Absichten man in seiner Arbeit verwirklichen möchte. Keiner von uns kann jedoch die mittelbaren Folgen des eigenen Tuns (oder Unterlassen) vorausbestimmen, denn dazu ist das Geflecht (Rhizom) der Möglichkeiten entschieden zu komplex. Es mag also durchaus so sein, daß der virtuelle Mensch derjenige ist, der den Menschen wie wir ihn kennen überwindet, aber dies bedeutet wenig sub specie aeternitatis. Da kein historischer Mensch für sich beanspruchen kann, der Mensch schlechthin zu sein, muß man die Überwindung eines bestimmten Menschenschlages durchaus nicht bedauern: Der Mensch ist, was er wird - nicht mehr, nicht weniger.
2. Ontologie der fiktiven Wirklichkeiten
In welcher Wirklichkeit leben wir? Man spricht in Amerika jetzt von der "Alchimie der neuen Technologien", die den alten Menschheitstraum wahr machen, die bleierne Realität in ein goldenes Zeitalter der unbegrenzten Möglichkeiten (= Virtualität) zu verwandeln. Kein Zweifel, der Begriff Alchimie beschreibt einen entscheidenden Zug der mit Hilfe der Technik durchgeführten, umfassenden Neubau der Wirklichkeit erfaßt: Wir verstoßen bewußt gegen die Regeln des natürlichen Lebens, um ein künstliches Leben zu schaffen, das besser zu unseren Wünschen paßt. Die Welt eine Wunschmaschine, hatten DELEUZE und FELIX GUATTARI schon im "Anti-Ödipus" (1978) vorausgesagt. Daß wir die biblische Mühsal des Daseins fatalistisch hinzunehmen haben, findet immer weniger Verständnis: Wo sich der Grimm der Natur noch zeigt (wie bei gewaltigen Stürmen mit den aparten weiblichen und männlichen Vornamen) oder die Härte des persönlichen Schicksals nicht abgewendet werden kann (wie bei Krebserkrankungen), verfolgen wir dies wie in einem Katastrophenfilm, sind heimlich fasziniert und doch zugleich empört darüber, daß dies immer noch möglich ist. Besonders einer (jungen) Generation, die mit den Technologien wie selbstverständlich aufgewachsen ist, sind Kriege nur noch als Videospiel (Golf-Krieg), Horror-Film (Bosnien) oder als (eher anachronistischer) Bomber-Film (Kosovo) zuzumuten. Die (gelingende) Alchimie von Natürlichkeit zu Künstlichkeit ist jedenfalls voll im Gang und bringt eine Welt hervor, die der vertrauten zwar ähnelt, aber doch ganz anders ist.
Doch was ist dieses irritierend Unvertraute in der gewohnten Wirklichkeit, und wer kann es eigentlich wahrnehmen? Hier erheben sich viele Streitfragen! Irritiert uns, daß wir eine Welt nicht länger aus der Retorte (wie in der ersten Hälfte des Jahrhunderts), sondern aus dem Computer erzeugen? Was hätte dies zur Folge? Die Bio-Chemie hat der Natur zunächst nur hinzugefügt, was aus dieser folgt (so sahen es in der Antike schon die Griechen, und die Weinrebe war ihr Beispiel). Die Informationstechnologie erzeugt dagegen eine zweite und menschlichere Natur, die sich nur noch gelegentlich an der ersten orientiert (meist um etwas für neue Technologien zu lernen). Damit geht einher eine (nicht einmal bewußte) radikale Umdeutung der Rolle des Menschen im Kosmos" (MAX SCHELER): Statt daß wir Teil der Natur sind, wird die Natur Teil von uns. Daß wir einzig und allein eine Welt des Menschen bauen und anthropomorph (menschengeeignet) unser höchsten Maßstab ist, verträgt sich dabei durchaus mit ökologischen Bestrebungen und den Grenzen des Wachstums. Wir schützen die Natur als Selbstschutz.
Was ist jedoch aus unserem Urteilsvermögen geworden? Wie gehen wir zum Beispiel mit der offensichtlich ästhetischen Verarmung um, wie sie durch eine Architektur aus dem Computer oder die eher langweilige Schönheit der Computerkunst erzeugt wird? Gibt es einen signifikanten Unterschied zwischen den Filmen "Terminator 1" und "Terminator 2", der von SCHWARZENEGGER verkörperten Killermaschine und dem im Computer simulierten Nachfolgemodell? Ist es nicht bei Cartoons sehr gut zu sehen, wie der handgezeichnete Bugs Bunny den computererzeugten Helden der "Toy Story" ästhetisch überlegen ist? Doch für welche Wahrnehmung stimmen diese Beobachtungen? Wird dies nicht schon für die Kinder von Sony Playstation und Nintendo 64 (es gibt ja keine Kinder von Marx und Coca-Cola mehr) ganz anders sein: Für sie sieht die natürliche Welt wie nostalgische Schwarz-Weiß-Fotografie aus! Deren Realität wird zur Zeit durch Pokemons, sich ständig vermehrende japanische Taschenmonster, bevölkert, und man muß sie alle fangen! Das Simulacrum braucht kein Vorbild, hat JEAN BAUDRILLARD längst eingesehen, aber wie gehen wir Realitätsgläubigen damit um?
Ist also die Streitfrage: Siegt die Maschine mit ihrer perfekten Einförmigkeit über den fehlbaren, notorisch ambivalenten Menschen? Seit langem wird darüber heftig gestritten, und doch scheint die Frage selbst falsch gestellt. Ob Technik autonom wird oder beherrschbar bleibt, ist eine Machtfrage, die auf Kontrolle abzielt, also genau die Art überholten Denkens, die sich nicht einmal mehr beim Militär halten kann. Denn Führungsentscheidungen werden heute ganz anders gefällt, sind Rückmeldeprozesse, an komplexe Daten gebunden, und haben Hierarchien längst abgelöst. In der Welt der Menschen zählt, was man vereinfacht den Markt nennt, die Zahl der Zufriedenen, und gefragt werden dabei niemals Maschinen. Es ist technisch möglich, dem Computer wie MITCHELL FEIGENBAUM, der Mozart der Chaos-Theorie, beim Hammond Atlas of the World demonstriert hat - beizubringen, eine von uns als schön empfundene (da unregelmäßige) gerade Linie zu ziehen. Aber es erwies sich als äußerst aufwendig, und die Programmentwicklung kostete Millionen. Diese ökonomische Überlegung und keinerlei technischer Sachzwang ist der Grund, warum Architekturprogramme (vorläufig) "häßliche" Gebäude hervorbringen, und es allein GEORGE LUCAS in Hollywood schafft (mit den besten Maschinen, die es für Geld gibt), immer anthropomorphere Simulationen anzubieten. Als Film "Star Wars: Die Vorgeschichte" (1999) kommt uns die Vergangenheit aus der Zukunft entgegen wie HEIDEGGER einst im Hinblick auf das Erbe der Griechen sagte. Wer erinnert sich denn noch an die klitzekleinen grünen Computerbildschirme der ersten Generation, die uns zu zwingen schienen, unsere Sehgewohnheiten dem Computer anzupassen. Heute hat die Massenfertigung (einer der stärksten Waffen gegen ökonomische Kurzsichtigkeit) Riesenbildschirme so billig gemacht, daß diese Mensch-Maschinen-Schnittstelle immer reibungsloser funktioniert und zwar nach unserem Gusto.
Die Frage ist also nicht, wer beherrscht die Wahrnehmung der Welt, denn diese Frage haben Menschen für sich immer schon entschieden: Wir sind es und werden es bleiben bis zum "letzten Menschen" (NIETZSCHE). Die wirkliche Frage ist, wie können unsere Technologien die unausgeschöpften Möglichkeiten des Menschen wirksam umsetzen, unsere mentalen Virtualitäten in neue Realität verwandeln. Diesen Entwicklungsprozeß (der nicht gleichbedeutend mit Fortschritt ist) niemals an ein Ende kommen zu lassen, ist die eigentliche Herausforderung. Von ARISTOTELES, dem Vater der Wissenschaft, ist uns schon die dafür passende Maxime überliefert: Die Möglichkeit steht über der Wirklichkeit. Was einst bloß denkbar war, wird jetzt wie selbstverständlich gebaut!
Doch schwerwiegende Fragen bleiben: Wie gewinnt man angesichts dieser anthropologischen Offenheit seine eigene Identität, die - so vorübergehend sie auch sein mag - doch stilbildend für die Persönlichkeit ist? Wir werden lernen müssen, daß sich Flüchtigkeit und Wirksamkeit nicht ausschließen. Im Gegenteil: Dieses impermanente "Ich selbst", kaum wahrnehmbar und doch einzigartiger Anlaß meiner Ethik-Welten, gehört hinter unserem Rücken zum gutes Leben.6 Aber wie lasse ich zugleich das "Antlitz des Anderen" (EMMANUEL LEVINAS) aufscheinen, meine so notwendige Erfindung, ohne die ich mich, allein mit mir selbst, bald zu Tode langweilen würde (BAUDRILLARD)?
VILEM FLUSSER vertrat eine Ontologie der Bodenlosigkeit, die den Menschen als Selbstentwurf ernstnimmt.7 Künstliche Böden einzuziehen - etwas im Sinne von HANS JONAS als Stiftung einer neuen Religion - ist zwar möglich, aber nur lokal wirksam. Die Gläubigen müssen verdrängen, daß sie die Götter erfunden haben, und dieser erzwungene Gedächtnisverlust hat Folgen, die weit über den religiösen Glauben hinausgehen. Wer ohne Lüge nicht leben kann, wie NIETZSCHE beobachtete, muß ein freier Künstler-Techniker werden, oder er wird zum Gefangenen seiner eigenen Hinterwelt. Die tapfere Anerkennung der Bodenlosigkeit ermutigt dagegen eine Existenz des vogelgleichen Schwebens, die sich nur gelegentlich auf einem imaginären Ast niederläßt - eine solche Existenzoffenheit kann allein durch unsere Lebenstechniken gelingen. Wie das Fliegenkönnen des Vogels dessen besondere Seinsweise ermöglicht, so sind es unsere Techniken - vom ersten Atemzug bis hin zu den allgegenwärtigen Medien -, die uns im anthropomorphen Sein erhalten. Zu diesen Lebenstechniken gehört auch Identität, die punktuelle Selbstvergewisserung, der fiktive (da immer schon verlassene) Absprungort unseres Weltverhaltens. Punktuell und fiktiv ist unsere Identität, da niemals festschreibbar und in jeder Interpretation erneut zu erfinden: Wir steigen nicht zweimal in denselben Fluß. Selbst auf das Gedächtnis ist kein Verlaß, erinnern wir uns doch immer wieder anders, betreiben notorisch Horizontverschmelzung (HANS-GEORG GADAMER).
Daß der Medien-Mensch ein Schizo-Bewußtsein hat, also eine Multi-Persönlichkeit ist, deren Kern nicht auszumachen ist, muß kein Anlaß für eine kulturkritische Klage sein. Diese Verführung zum Schizo, wie sie von den Medien ausgeht, ist zugleich eine Herausforderung zum Eigenentwurf: Wir sind Homo generator, das sich selbst erzeugende Wesen, und der Wechsel allein ist beim Menschen, was sich durchhält.
3. Rückkehr des Realen: Das Schulmassaker von Littleton
Aber gibt es nicht reale Grenzen für diesen Eigenentwurf? Lassen sich alle Auswüchse der virtuellen Welt mit ihren Betonung von Cyberkill und Cybersex befürworten? Ist nicht die Rückkehr des Realen (BAUDRILLARD) zu beobachten, eine Realitätsprobe, die oft vernichtend für die Cyberspace-Phantasien ausfällt? Noch frisch im Gedächtnis ist das Schulmassaker von Littleton (so nennen es die deutschen Medien). Am 20.April (an Adolf Hitlers Geburtstag also) haben in der Columbine Highschool im amerikanischen Bundesstaat Colorado zwei 17jährige Schüler zwölf Mitschüler und einen Lehrer erschossen, bevor sie Selbstmord begingen. Aus den sechs Videobändern, die sie vor ihrer Tat aufnahmen, weiß man inzwischen, daß sie vorhatten, mit selbstgebastelten Bomben 250 Menschen zu töten, und damit weltweit einen Aufstand der Gepeinigten auszulösen. Unser Jüngstes Gericht nannten Dylan Klebold und Eric Harris ihre Racheaktion, bei der die Bomben nicht losgingen, so daß sie auf Gewehre und Pistolen angewiesen blieben. Als verrückte Außenseiter, rassistische Nazianhänger und als Einbruch des Bösen in eine heile Welt wurden die beiden Schüler geschildert. Die Tatsache, daß beide eine eigene Webseite hatten und gewalttätige Computerspiele wie Doom (Untergang) liebten, wurde prompt zur Verteufelung der neuen Medien genutzt.
Aber dieser tragische Vorfall läßt sich auch anders interpretieren, und es muß zur Ehrenrettung der amerikanischen Medien gesagt werden, daß zumindest die New York Times nach dem ersten Schock diese Lesart erwogen hat: Zwei hochintelligente Schüler, die keineswegs Rassisten waren (eigentlich sollte die Aktion schon am 19.April steigen, und die Verschiebung auf den Geburtstag des Führers war Zufall), wurden als Außenseiter in einem Schulsystem drangsaliert, das Sportlern und sozial Angepaßten eindeutig Vorrang einräumt. Als Abgelehnte und kranke Schwule charakterisierte einer der Football-Spieler die beiden Täter. Die Herrschaft des Mittelmaßes an Oberschule von Littleton war nicht bloß atmosphärisch, sondern entlud sich - - durchaus typisch für das amerikanische System - in handfesten Belästigungen im Speisesaal ebenso wie in körperlichen Auseinandersetzungen, die man sonst nur von den Rüpeln der Grundschule kennt. In ihrem Video-Testament haben Dylan und Eric all die Personen benannt, von denen sie seit Grundschultagen mißhandelt wurden, Verwandte eingeschlossen. Ihre Wut habe sich über die Jahre angesammelt und entlud sich jetzt, da ihre Lage nicht besser, sondern schlimmer wurde. Es muß vermerkt werden, daß die Eltern beider Schüler ausdrücklich von jeder Schuldzuweisung ausgenommen wurden - besonders Eric entschuldigt sich mit bewegenden Worten bei Vater und Mutter für das, was er ihnen antun muß. (Inzwischen sind beide Elternpaare, die nicht das geringste mit der Tat ihrer Söhne zu schaffen hatten, von den Opferfamilien auf 250 Millionen Dollar Schadensersatz verklagt worden.)
Eric und Dylan (und ihre Freunde von der Trenchcoat Mafia) hätten nach amerikanischen Vorstellungen und ungeschriebenen Regeln diese tägliche Drangsalierung und den Spott über ihr Anderssein (Gesicht, Haare, Kleidung) als gute Verlierer hinnehmen müssen (und sich auf das Elite-College freuen sollen, an dem sich die Verhältnisse dann umkehren.) Stattdessen aber haben sie sich verhalten wie Freiherren unter allen Umständen, die nach ERNST JÜNGERs provozierender Bestimmung bereit sind zu töten, vor allem auch sich selbst. Daß der Mensch erst frei ist, wenn ihn die Drohung, getötet zu werden, unbeeindruckt läßt, ist ein öffentliches Geheimnis: man weiß es wohl, aber redet nicht darüber. Denn kein Mensch ist gefährlicher, da unüberwindlich in seiner Kompromißlosigkeit, als der zum eigenen Tod bereite, ein Ernstfall des Menschen in der Revolte (ALBERT CAMUS). Nun sind Selbsttötungen unter Jugendlichen nicht ungewöhnlich - und jeder von uns erinnert sich gewiß an Augenblicke in seiner Jugend, in denen das Leben nicht mehr lebenswert erschien. Aber die gesellschaftliche Übereinstimmung ist, daß der von seiner Umwelt drangsalierte Jugendliche seine Opferrolle anzunehmen hat - das hat zur Folge, daß sein Freitod vielleicht anklagt, aber doch ohne Konsequenzen bleibt. Daß sich das bedauernswerte Opfer urplötzlich zum Richter (und Henker) aufschwingt, ist in diesem Szenario nicht vorgesehen und stellt eine schwerwiegende Regelverletzung dar. Wo käme die Gesellschaft auch hin, wenn all die Selbstmörder unter den Schülern ihre Peiniger unter den Lehrern und Mitschülern gleich auf die lange Reise in die Nacht mitnehmen würden? Das käme ja der universalen Gerechtigkeit gefährlich nahe, von der SCHOPENHAUER spricht, und die zum Minimalrecht einer Gesellschaft niemals paßt. Als Alptraum wollten Eric und Dylan, die man wie Dreck behandelt hatte, die Überlebenden heimsuchen, und vieles spricht dafür, daß ihnen dies gelungen ist: Der gegenseitige Haß hat zugenommen, und die Opferfamilien haben sich längst über die Verteilung von Spenden, die nach dem Massaker eingegangen sind, zerstritten.
Ob STEVEN SPIELBERG oder QUENTIN TARANTINO wohl die Filmrechte für das Jüngste Gericht von Littleton kaufen würden, überlegen Eric und Dylan laut in ihrem Video-Testament. Auch die Rolle der neuen Medien ist aufschlußreich, aber aus ganz anderen Gründen, als man gemeinhin glaubt. Cyberkill-Spiele wie Doom haben diese Tat nicht verursacht! Zwar ist es richtig, daß der ständige Umgang mit medialer Gewalt verhärtend wirken kann und abstumpft, aber wie leer ist dieses Argument, vergleicht man den Einfluß der medialen mit der höchst realen Gewalt, der diese Schüler ausgesetzt waren. Ständige Erniedrigung und Angstgefühle bis zur Todesangst werden von den Schulhof-Rowdies verursacht, und Erwachsene, die dies herunterspielen, haben nur verdrängt, wie sehr sie selbst darunter gelitten haben. Nicht abzustreiten ist, daß Eric und Dylan in der Art ihrer Schießens deutlich die Schulung durch Videospiele merken ließen: die Hand-Augen-Koordination wird dadurch hervorragend trainiert. Aber bei der räumlichen Nähe zu ihren Opfern hätten sie kaum danebenschießen können, egal welches Training sie hatten. Doch der Einfluß der neuen Medien machte sich darin bemerkbar, daß die beiden Schüler überhaupt den Mut (andere würden sagen: die Arroganz und Frechheit) aufbrachten, gegen ihre Peiniger und das System, das sie kaputtmachte, mit allen Mitteln zurückzuschlagen. Notwehr und Selbstverteidigung nennt dies das Gesetz, auch wenn in diesem Fall eindeutig Notwehrexzeß vorliegt. Ganz Amerika rätselte darüber, wie aus diesen gedemütigten Außenseitern, deren Selbstwertgefühl gegen Null tendieren müßte, mächtige Richter über Leben und Tod wurden. Woher nahmen sie die Gewißheit, sie hätten das Recht, andere zu bestrafen, da sie doch nur als zu Bestrafende gesellschaftlich akzeptiert waren? Hilflose Ermittler streuen heute die Erklärung, Dylan und Eric hätten berühmt werden wollen, und zwar länger als für die 15 Minuten, die ANDY WARHOL uns allen zubilligt. Aber gerade die verständliche Hoffnung jedes Jugendlichen, im Leben einmal groß herauszukommen, schien diesen beiden doch nachdrücklich ausgetrieben worden zu sein.
Die Erklärung ist einfach: Eric und Dylan hatten im Internet ihre wahren peers gefunden, die irgendwo verstreut lebten, und doch im Netz eine virtuelle Gemeinschaft bildeten. Besonders wichtig wird die Netzwelt für diejenigen die aus welchen Gründen auch immer in ihrer angestammten Umgebung isoliert sind. Nicht überbewerten kann man den Vorzug des Internets, die Menschen, mit denen ich kommunizieren will, selber wählen zu können. Und im Gegensatz zur gewohnten Lebenswelt, in der die Auswahl meist beschränkt ist, steht dem Selbst die ganze Netzwelt zur Verfügung, um sich an diejenigen anzuschließen, die sein Weltbild teilen. In chat rooms, durch Interessenten-Listen, in Spielgemeinschaften trifft man auf Gleichgesinnte - millionenfach. So waren Eric und Dylan durch ihre Webpräsenz und ihre Fähigkeiten als Videospieler (im Internet) durchaus angesehene Mitglieder einer freigewählten Familie im Sinne FLUSSERs. Umso schmerzlicher mußten diese Schüler dann das Unrecht empfinden, das die reale Umgebung ihnen antat: Eine Welt, in die sie geworfen worden waren, und die sie als Jugendliche nur um den Preis ihrer voraussichtlichen Selbstzerstörung verlassen konnten. Immerhin hatte sich Eric, dessen Vater Offizier ist, in einem Versuch auszubrechen beim Marinecorps beworben, aber war auch da abgelehnt worden. Daß die beiden Täter, die zugleich auch Opfer sind, nach ihrem Tod in eine bessere Welt zu kommen glauben, gehört in seiner naiven Religiosität zu den verstörendsten Aussagen ihres Video-Testaments.
Es war die Rückkehr zum Realen, die diese Jugendlichen und ihre Opfer zum Untergang verurteilten. Die virtuellen Gemeinschaften der Netzwelt können nur denen wirksam beistehen, die sich vom Bann der Realität befreit haben und die sogenannte reale Welt nur als eine, wenn auch notwendige, Welt unter anderen ansehen. Dylan und Eric sind zur Realität von Schußwaffen und Bomben zurückgekehrt, haben das Leben anderer genommen und sich selbst für immer vernichtet - ein Anachronismus im Horizont des Virtuellen, ein Abschluß ohne Offenheit, ein Kunstfehler im künstlichen Leben. So ist es nicht ohne Ironie, daß die Rückkehr des Realen, von vielen als Gegenmittel zur postmoderner Beliebigkeit herbeigesehnt, als Massenmord in Erscheinung tritt.
4. Ethik des virtuellen Lebens
Eine Kehre (HEIDEGGER) zu den Medien, die als medial turn (REINHARD MARGREITER) im Gange ist, würde die Medien als den ortlosen Ort begreifen, an dem wir ein ethischen Leben führen. Die dritte Globalisierung (SLOTERDIJK) erlaubt heute ein Weltverhalten, in dem anthropologische Konstante wie Liebe, Haß, Schadenfreude zwar erkennbar bleiben und doch eingeklammert (EDMUND HUSSERL), also ihrer direkten Wirksamkeit beraubt werden können. In den Medien leben wir durchaus nicht ausschließlich (bloß zunehmend öfter), aber wir vergewissern uns in ihnen unserer Existenz. Gelingt mein Leben? Diese nur individuell zu beantwortende Grundfrage jeder Ethik (von Dylan und Eric emphatisch verneint) wird in den Medien von uns (und anderen) permanent gestellt. In einem präzisen Sinn sind die Medien unsere Autobiographie: Wir schreiben unser Leben in die Medien ein - jedenfalls der Möglichkeit nach. Ein SPIELBERG-Film würde so in der Tat das Leben von Eric und Dylan nachträglich gelingen lassen - allerdings nur, wenn die Vergeblichkeit ihres Ausbruchs ins Reale deutlich würde.
Solange interaktive Medien noch im Anfangsstadium sind, wird unser Leben in den Medien von anderen geschrieben - den Programmverantwortlichen und den Kreativen, mehr oder weniger mit Rücksicht auf uns, die Zuschauer. Allein die Einschaltquote bleibt uns als Mittel, den Text der Massenmedien zu ändern! Aber schon im Internet sieht die Situation anders aus: Ohne aktive Beteiligung, die zu immer ausgefeilteren Darstellungs- und Surftechniken führt, bleibt dieses Medium unzugänglich. Ohne kreative Intelligenz wird man schnell zur Beute der Geschäftemacher - ganz wie in der Realität. Doch für Netizen, die wahren Weltbürger, gilt eine abgewandelte GOETHE-Maxime: Sage mir, mit wem Du surfst, und ich sage Dir, wer Du bist! Der Cybergenius, der das Netz in uns hervorruft (produziert), bedarf ständiger Verbesserung. Zwar kann jeder ein MOZART oder ein PICASSO sein, verfügt er nur über die entsprechenden Computerprogramme, aber ohne die eigene Anstrengung (und den gelegentlichen Genieblitz) läuft auch hier nichts. Es gehört also durchaus Können dazu (und nicht bloß guter Wille), den Genius anderer medial zu simulieren, und so aus Schein Sein werden zu lassen. Electracy (GREGORY ULMER) ist die Fähigkeit zur elektronischen Kommunikation - sie muß ebenso gelernt werden wie einst das Sprechen, Lesen und Schreiben.
Zu einem guten Leben, die Domäne der Ethik, tragen die Medien allerdings nur bei, wenn sie nicht darauf abzielen: Die Bilder vom guten Leben in Werbung und Seifenopern sind verlogene Zerrbilder. Erst wenn das virtuelle Leben in den Medien wie selbstverständlich wird, eine virtuelle Familie (DAWNJA BURRIS)8 gleichsam hinter unserem Rücken begründet, entfaltet sich ein anderes Dasein. Der virtuelle Mensch, dieser Trans voller unerwarteter Eigenschaften, existiert vor jeder Theorie über ihn, kann nachträglich beschrieben, aber niemals vorgeschrieben werden. Ethik als Wohnen bei sich selbst und den Dingen ist von jeher auch medial - schon in den mündlichen Kulturen mit ihren epischen Gesängen führten wir ein mediales Leben, längst bevor es die Reflexion in Begriffen einzufangen suchte. Daran hat sich im Wandel von der Mündlichkeit zur Schriftlichkeit und nun hin zur elektronischen Kommunikation im Prinzip nichts geändert: Die Medien gehen als Lebenstechnik der Wahrheitstechnik Philosophie voraus.
Es käme alles darauf an, Gelingen und Mißlingen unseres medialen Lebens nicht zu ignorieren, sondern sorgsam zu beachten. Beachten heißt jedoch nicht, in mehr oder minder reflektierte Medienschelte zu verfallen, oder eigenmächtig Maßstäbe für ein virtuelles Leben aufzustellen. Ethische Achtung legt stattdessen nah, die mit den Medien gemachte Erfahrungen und durch sie gewonnene Einsichten zu genießen wie man einen eindrucksvollen Film genießt, aber schon auf dem Nachhauseweg schleunigst zu vergessen, was einen erfreute oder mißfiel. Dieses paradox erscheinende Wechselspiel von Beachten und Vergessen ist theoretisch nur schwer begründbar, aber gehört in praktischer Hinsicht zu unserer so alltäglichen wie unscheinbaren Kunst des ethischen Lebens. Der schöne Augenblick kann nicht verweilen, die geglückte Begegnung läßt sich nicht wiederholen - bei Strafe des Umschlags in eine häßliche Enttäuschung. Wir müssen jedoch keineswegs befürchten, daß wir vom Gelingen und Mißlingen nichts gelernt haben, wenn wir klugerweise darauf verzichten, unsere mediale Erfahrung in eine Theorie (und Anweisung) zu verwandeln. Denn im Prozeß des Vergessens stärken wir unmerklich (und gerade deshalb nachhaltig) unser Gefühl, unsere Intuition und unseren Geschmack für das uns allein Eigentümliche. Die Spur des Augenblicks bleibt unsichtbar-sichtbar, da wir darauf verzichtet haben, diesen im Unbegangenen endenden Holzweg (HEIDEGGER) zu einer Straße zum Glück auszubauen. Der Verzicht gibt, und gut lebt der virtuelle Mensch, wenn er seine Virtualität vergessen hat. Mehr noch: wenn er - wie der Mystiker und Lebemeister ECKHART nahelegte - auch dieses Vergessen selbst noch vergessen kann.
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1 DELEUZE, GILLES: Rhizom. Merve, Berlin 1977.
2 ZIZEK, SLAVOJ: The Ticklish Subject. Verso, London 1999, S. 392.
3 SCHOPENHAUER, Arthur: Die Welt als Wille und Vorstellung. Band I. Paragraph 6.
4 SLOTERDIJK, PETER: Die letzte Kugel. Suhrkamp, Frankfurt/ Main 1999.
5 DELEUZE, GILLES: Die Falte - Leibniz und der Barock. Suhrkamp, Frankfurt/ Main 1998.
6 SCHIRMACHER, WOLFGANG: Homo generator - Ethik für ein künstliches Leben. Passagen, Wien 2001.
7 FLUSSER, VILEM: Bodenlosigkeit. Fischer, Frankfurt/ Main 1999.
8 BURRIS, DAWNJA: The Virtual Family. In: New York Studies in Media Philosophy,
Vol. 2 (1998), http://www.egs.edu/mediaphi