Wolfgang Schirmacher

Über die Unfähigkeit den Eigenmangel zu erkennen

Eine Kritik des wissenschaftlichen Menschenbildes

1. Wissenschaft und Gesellschaft

Immer ungenierter greifen Naturwissenschaften und Informatik in die Gesellschaft ein und entwickeln dabei eine Sprengkraft, der traditionelle Strukturen nicht standhalten können. Historisch gewachsene Denk- und Fühlweisen werden über Nacht obsolet und verlieren die Fähigkeit, gesellschaftliche Fragen zu entscheiden. Dieser Zerstörungs-prozeß geht in aller Öffentlichkeit vor sich, aber wird selten zum Gegenstand einer öffentlichen Debatte, tritt er doch als unvermeidliche Anpassung an neue wissenschaftliche Entdeckungen und technische Verbesserungen auf. Der Mensch kann aus Fehlern lernen, aber scheint unfähig zu sein, seinen Erfolgen zu widerstehen. Der Kulturkritiker Thomas Assheuer hat den wissenschaftlich unwiderstehlich scheinenden Zug zum „künstlichen Menschen“ (DIE ZEIT 12/ 2001) beschrieben und seine Vertreter angeklagt, die biologische Evolution zum einzigen Maßstab zu erheben. Fragen der Moral und Ethik, Politik und soziale Konflikte sind in diesem Horizont verschwunden, und die heraufziehende „Hypermoderne“ sei bereit, auch die „unverfügbaren Rechte der Person und die Würde des nichtpersonalen Lebens“ dem Prinzip der Funktionalität unterzuordnen. Einige Stichworte müssen genügen: Informatik und Robotik entwerfen den Menschen als kybernetische Maschine, die Gentechnik behandelt das Genom als frei verfügbar, und die das menschliche Gehirn erforschenden Wissenschaftler zahlreicher Disziplinen meinen, endlich das wahre Subjekt entdeckt zu haben: Das Gehirn und sein Mensch. Es sind dabei nicht einzelne spektakuläre Ergebnisse, die einen Paradigmenwechsel in der Gesellschaft auslösen, sondern die wissenschaftlich-technische Geisteshaltung selbst, das alltäglich gewordene Weltbild der Evolution. Der entscheidende Unterschied zu Darwins Zeiten besteht jedoch darin, daß die Grenze zwischen Natur und Kultur (fast) verschwunden ist, und der Mensch selber sich anschickt, vom bloßen Objekt zum kundigen Meister der Evolution zu werden.

Bevor dieser Anspruch voll verwirklicht wird, werden vermutlich noch hunderte von Jahren vergehen, aber schon als noch weitgehend uneingelöster Entwurf entwickelt das humanevolutionäre Denken eine gesellschaftliche Eigendynamik, die man kritisch befragen muß. Dabei ist es wenig hilfreich, wie Assheuer in ein alteuropäisches Lamento zu verfallen und den Untergang von Moderne und Aufklärung zu beklagen. Denn die Vorstellung des Menschen als eines geschichtlichen Wesens , für den Autonomie, Moral und Demokratie unantastbare Errungenschaften darstellen, ist durchaus keine selbstverständliche Wahrheit, sondern muss auch unter radikal veränderten Bedingungen begründbar bleiben. Daß manche Kulturkritiker dann den menschlichen „Wunsch zur Selbsterlösung“ als Wahn abtun und soweit gehen, Ignoranz, Dummheit, Fehlbarkeit, Bösartigkeit als Rechte des Menschen einzufordern, grenzt allerdings an Selbsthaß. Wie kann es ein „Recht auf Nichtwissen“ geben, wie die evangelischen Bischöfe in Deutschland angesichts der Möglichkeiten der Gendiagnose behaupten? Und sollte nicht eine Technik wie das Internet genutzt werden, um die eher zweifelhafte Herrschaft von Volksvertretern in eine genuine Demokratie (mit Minderheitenschutz) zu verwandeln?

Als nur auf den ersten Blick überraschender Prüfstein für das gegenwärtige wissenschaftliche Denken und seine gesellschaftlichen Auswirkungen soll in diesem Vortrag der Sachverhalt „Eigenmangel“ verwendet werden. Der Begriff stammt aus dem juristischen Bereich, aber trifft ein Phänomen, das zentral für den gesellschaftlichen Einfluß der Wissenschaften ist. Eigenmangel ist ein Konstruktionsfehler, dem juristisch mit einer Mängelrüge begegnet wird. Als Webfehler des Menschen verstanden, ist Eigenmangel mehr als ein zufälliger Mangel, wie er individuell auftritt, sondern der Mangel schlechthin, einer der mir eigen ist, weil er auch als Eigenmangel der Gattung vorkommt. Die gesellschaftliche Durchsetzungskraft der Wissenschaften verdankt sich durchaus nicht in erster Linie ihrer Wahrheitssuche, sondern ihrem technologisch einzulösenden Verprechen, die Mängel der menschlichen Existenz zu lindern und am Ende ganz zu beseitigen. Ein “Reich der Freiheit ohne Krankheit und Tod, Alter und Sorge“ (DIE ZEIT 12/ 2001) soll die wissenschaftlich-technisch herbeigeführte „Hypermoderne“ sein, und ethische Bedenken werden niemals in der Lage sein, dem Heilen von Krankheiten nachhaltig im Wege zu stehen. Kein Schönreden von Behinderungen als „alternative Körperformen“ und Erbkrankheiten als Beitrag zur genetischen Vielfalt wird aufhalten können, daß der Mensch seine neue Verfügungsmacht dafür einsetzen wird , ein Leben nach seinen ureigenen Vorstellungen zu gestalten. Bezeichnenderweise ist es nicht die Gesellschaft, die mit staatlichen Mitteln etwa Eugenik fördert, sondern der Nachfragedruck kommt aus dem individuellen Leiden, nicht als abstrakte Gleichmacherei à la Schöne Neue Welt. Die Mängel, derer sich die Wissenschaften annehmen, sind Eigenmängel der genetischen Ausstattung wie Krankheit, Alter, Tod sowie Webfehler gesellschaftlichen Zusammenlebens wie Wissensmonopol, Unkontrollierbarkeit von Institutionen, Kastendenken. Gentechnik und die Erforschung des Gehirns beseitigen die Eigenmängel des biologischen Menschen, Medien und Internet die des sozialen Menschen – jedenfalls der Tendenz nach. Der Dichter Theodor Däubler hat die dabei leitende Einstellung in die Verse gefasst: „Allein dem Eigenmangel soll der Mensch rasch erkennen und schroff verachten, ohne lange zu erwägen“ (Parsische Hymne).

2. Der Mensch als Mängelwesen: homo compensator

Die hypermoderne wissenschaftliche Denkweise folgt bei ihrem großangelegten Versuch, den Eigenmangel zu beseitigen, auf signifikante Weise anthropologischen Grundannahmen, die bis in die Antike zurückreichen. Der Mensch wurde schon früh im Vergleich zum Tier als Mängelwesen bezeichnet, das von der Natur stiefmütterlich behandelt wurde. Aber der Schriftsteller und Philosoph Johann Gottfried Herder begriff vor 200 Jahren, daß „in der Mitte dieser Mängel“ zugleich “der Keim zum Ersatz“ liegen müsse: Unser Mangel wird wettgemacht durch Vernunft und Freiheit. In den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts hat die Philosophische Anthropologie, besonders bei Max Scheler und Arnold Gehlen, den Begriff des „Mängelwesens“ in den Mittelpunkt gerückt. Gegen einen populären Pessimismus, der das Gehirnwesen Mensch als Sackgasse der Natur denunzierte, hat Scheler den kompensatorischen Antrieb herausgestellt: „So ist der Mensch als Geistwesen das sich selber als Lebewesen und der Welt überlegene Wesen“ (Die Stellung des Menschen im Kosmos, 38). Der Schopenhauer-Freund Gehlen war da weniger hoffnungsvoll, sah er den Menschen doch lebenslang angewiesen auf Disziplin, Zucht und Training, um seine offensichtlichen Mängel auszugleichen (vgl. Der Mensch, 32). Der homo compensator versteht sich als ein Wesen „nicht von Natur“, das sich mit der Technik eine „Zweite Natur“ schuf und seine Identität durch Kulturleistungen sichert. Der homo compensator definiert sich in dialektischer Abgrenzung von der Natur, immer auf der Suche nach einer Synthese, die Natur und Geist vereint. Als anatomisches Mängelwesen ist der Mensch zugleich „Prothesengott“, wie Freud prophetisch beschrieb. Marshall McLuhan hat folgerichtig auch die Medien als prothetische „Erweiterungen“ des Menschen bestimmt, die in den komplexen Formen des „Cyborgs“ (cybernetic organism) heute die Science-Fiction-Filme bevölkern.

Zwar sind die heutigen Menschenzüchter und Posthumanen über die alte Abgrenzung zur Natur hinaus, denn sie operieren im Horizont der Synthese von Natürlichem und Künstlichem, aber der homo compensator-Antrieb ist dadurch eher noch stärker geworden. Nur werden jetzt nicht die vermeintlichen Mängel im Vergleich mit den Tieren herausgestellt (obwohl man durchaus von der Natur zu lernen bereit is), sondern die Eigenmängel des Menschen ins Visier genommen: Das, was er selbst nicht wollen kann, will man beseitigen, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob dies "von Natur aus" so vorgesehen ist (von Gott ganz zu schweigen). Ein solches Weltbild, das sich gesellschaftlich weitgehend durchgesetzt hat, ist anthropologisch eigentümlich unentschieden. Auf der einen Seite ist es noch dem homo compensator-Modell verbunden und damit dem Paradigma einer instrumentellen Technik, die sich durch Naturbeherrschung auszeichnet. Auf der anderen Seite weist diese wissenschaftliche Denkweise schon auf ein Menschenbild voraus, das sich nicht länger durch Abgrenzung irgendwelcher Art, sondern durch Selbstauslegung definiert.

3. Der sich selbst erzeugende Mensch: homo generator

Die in der Perspektive instrumenteller Technik so grundlegende Unterscheidung von Erzeugen und Herstellen, wie sie gegenwärtig auch in der Debatte um das Klonen von Menschen virulent ist, entfällt beim homo generator. Dieser erzeugt (generiert) Welt und Dinge mit den gegebenen Möglichkeiten der Materialien, und Herstellen ist davon bloß eine Unterform. Mein phänomenologischer Befund ist: Der Mensch war schon von jeher homo generator, aber hat sich lange als homo creator (der aus dem Nichts Erschaffende), homo faber (der Werkzeuge Verwendende), homo sapiens (der Vernünftige), homo ludens (der Spielende) unzureichend verstanden. Zwar gehört die Kreativität (die fast aus dem Nichts entsteht), der Werkzeuggebrauch, das Spiel und unsere Fähigkeit zur Vernunft wie auch zur Kompensation zweifellos zur vollen Bestimmung des Menschen – nichts davon aber ist grundlegend. Wir sind vor allem und unabweisbar homo generator, sich eigens erzeugende Wesen mit Eigensinn und Eigenliebe, die im Ereignis Technik ein künstliches Leben führen. Dieses Leben in voller Verantwortlichkeit macht uns nicht zum Herrn und Richter über andere Sachverhalte, wohl aber zu deren anthropomorphe Erzeuger.

Es ist die Differenz zwischen anthropozentrischer und anthropomorpher Lebenstechnik, von der allein abhängt, welch eine Art von Wissenschaft und Gesellschaft wir am Ende erzeugen. Der homo compensator mit einer Wissenschaft, die jeden Mangel beseitigen will, als ob wir das Zentrum des Lebens seien und der Diktator des Seins, ist offensichtlich anthropozentrisch. Wie verhängnisvoll für uns selbst der Wahnwitz ist, alles auf uns zu beziehen als Gattung und entsprechend paranoid auf Probleme zu reagieren, wird heute weithin gesehen, ohne daß doch praktische Konsequenzen daraus gezogen werden. Aber ebenso anthropozentrisch kann eine Kritik an diesem Zustand sein, die das Kind mit dem Bade ausschüttet, und sich auf den Standpunkt der Natur, der Umwelt, des Tieres stellt. Denn wir können unserer anthropomorphen Verfassung nicht nur niemals entkommen, sondern es wäre bloß negativ anthropozentrisch, sie nicht bewußt zu übernehmen, eine Art Gattungsschmollen. Die Art und Weise mit dem Eigenmangel umzugehen, ist auch ein Prüfstein für den homo generator, diese fremd anmutende und doch schon vertraute Selbstauslegung. Zunächst soll jedoch der homo generator, der unmerklich gelingende Mensch, mit einigen seiner Lebenstechniken nähergebracht werden.

A. Autopoiesis

Homo generator, der sich selbst erzeugende Mensch, ist durch Autopoiesis geprägt, ereignet sich tautologisch: Ich bin, der ich werde. Zwar ist mein Ursprung fremdbestimmt, aber nicht mein Entwurf, der im immer erneut entschlossenen Beginnen mein Ereignis austrägt. Für seine Taten und Unterlassungen übernimmt der Mensch, gewollt oder ungewollt, ohne jedes Wenn und Aber Verantwortung. Ob mein Wille an sich frei ist, ist für mich ohne Bedeutung. Für alles, was durch ihn begonnen wurde, wird der homo generator geradestehen: Sein entwerfendes Selbstverständnis ist meine Selbstverständlichkeit. Das Kontinuum eines dynamischen Daseins, dem es in seinem Ereignen um dieses selbst geht, wird von Sterblichkeit und Geburtlichkeit nicht etwa wie von Polen festgelegt, sondern in einem streng vagen Sinn sowohl durchstimmt als auch verweltlicht. Zwar hat das Vorlaufen zum Tode – memento mori - in den post-industriellen Staaten seinen weltentsetzenden Charakter längst verloren und ist zur bloßen Mediensensation und einem Theater der Grausamkeit geworden. Schlichte Vorsicht des common sense und eine gewiefte Umsicht, wie man sie nicht allein in Großstädten erwirbt, haben jedoch den Tod aus meiner aktiven Existenz verbannt und den einst schrecklich aufdringlichen Gevatter zum Freund der Lebensmüden werden lassen. Auch Natalität (Hannah Arendt), die in Politik wie Privatleben sich explosiv auswirkende Fähigkeit, in jedem Augenblick ein anderes Leben anfangen zu können, ist domestiziert und wird zur Steigerung der Lebensqualität jedermann empfohlen. Das gewalttätige Herausreißen aus dem Gewohnten – vom poetischen Rätselwort bis zur Orgasmus-Seligkeit Batailles – gilt nun als exotisches Gewürz für eine Lebenssuppe, die sonst bald ungenießbar wäre. Anstatt Tod und Geburt zu fürchten, werden wir zur selbsterfahrenen Mitgestaltung an Stimmungshoch wie Stimmungstief ethisch geradezu verpflichtet.

Im Unterschied zu Ludwig Feuerbachs emphatischer Bestimmung des Menschen als eines irdischen Gottes, ist homo generator bescheiden genug, seine eigene Lebensform im Einklang mit allen anderen kosmischen Weisen zu wahren. Zwar werden wir nie wissen, wie die Natur lebt oder das Weltall sich entwickelt, denn all unsere Annahmen darüber bleiben – und davon kann man niemals absehen - anthropomorph und damit bloß Eigendeutungen, die wir uns von uns selbst bestätigen lassen. Zu den Sachverhalten, deren Daß mein In-der-Welt-sein (Heidegger 1977) in ein Wie verwandelt, und die gerade dadurch mich für die Welt (Deleuze 1995, 48) ereignen lassen, gehören Dinge, Mitmenschen und Mitgetier. Die Angewiesenheit auf das Daß von Mitwelt und Umwelt hat für den homo generator keine Einschränkung zur Folge (und bedeutet erst recht keine deterministische Abhängigkeit), sondern ist durch die unablässige Herausforderung des Wie eine ausgezeichnete Gelegenheit zur Freiheit. Für-die-Welt-sein kann ich nur, weil die Faktizität selbst kraftlos ist, und ohne meine qualifizierende Bestimmung (im kreativen Verbund mit den Mitmenschen durchgeführt) diffuses Material bleiben müßte. In all ihrer so überwältigenden wie verwirrenden Vielfalt bleiben die materiellen Bedingungen eine auf den homo generator bezogene Ausgangslage, die als Chance der Selbstentfaltung sowie der damit untrennbar verbundenen Gefahr des Selbstverlusts wahrgenommen wird. Anthropozentrik wie selbstzerstörerischer Egoismus vermeidet der homo generator ohne Schwierigkeit, wenn selbstbewußt eine anthropomorphe Perspektive zur Geltung gebracht und Eigenliebe (Erich Fromm) als die Brutwärme für jede andere Liebe erfahren wird.



B. Wahrnehmung

Ethiken als Lebenstechnik haben traditionell das egoistische Selbst ausschalten wollen, eine Askese des Ich-Subjekts gefordert, um im Modus des Altruismus das Sich-Zurecht-Finden und Einpassen als Wege zum guten Leben zu erleichtern. Dann wurde nicht ernsthaft gefragt, sondern die Antwort ging der Frage voraus und wurde durch Religion, Tradition und Sitte autoritativ formuliert: Selbst-Erzeugung fand durch Selbst-Verleugnung statt. Heute haben die Medien weitgehend die Rolle der Autoritäten übernommen, die nie um eine Antwort verlegen sind. Seit sie zu den nicht mehr so heimlichen Erziehern des Menschengeschlechts geworden sind, haben Magazinästhetik, Fernsehbilder, Video- und Kinogeschichten, CD-Musik und unzählige weitere technisch reproduzierbaren Kunstwerke eine durchgreifende Normierung unserer Wahrnehmung vorgenommen (Paul Virilio).

Wie steht es mit dieser Wahrnehmung? Konstruieren wir die Realität in unserem Kopf, ist das Gehirn der wahre Schöpfer von Welt und Mensch? Der Jahrtausende alte Streit zwischen Monisten und Dualisten über den Zusammenhang von Materie und Geist, Körper und Seele, Bewußtsein und Gehirn scheint durch die Fortschritte in der Gehirnforschung eindeutig entschieden zu sein. Am factum brutum, daß der Gehirntod heute medizinisch wie rechtlich den Zeitpunkt des Todes eines Menschen bestimmt, läßt sich ablesen, daß Wesen, Geist, Charakter ausschließlich durch das Gehirn gegeben sind. Stirbt das Gehirn, gibt es keinen Menschen mehr! Denn die abweichende Auffassung, daß das Ich im ganzen Menschen repräsentiert sei, da unsere Identität sich auch durch die Wahrnehmung des Leibes bilde, führt am Ende auf das Gehirn als das Organ zurück, in dem diese Wahrnehmungen bewußt oder unbewußt gespeichert sind. Lassen sich keine Gehirnaktivitäten mehr feststellen, dann sind auch diese Ich-Wahrnehmungen für immer verloren. Bewußtsein nannte Christian Wolff 1719 erstmals dieses natürliche Produkt eines komplexen Gehirns, das mit Projektionen ein Weltbild erstellt und mit Hilfe variabler Landkarten der jeweiligen Sinnesorgane eingehende Informationen sortiert. Bewußtsein (mind) und Geist (spirit) unterscheiden sich in ihrer kulturellen Reichweite, werden aber als Erzeugnisse eines Gehirns angesehen, das sich selbst beobachtet: Ein narkotisiertes Gehirn ist bewußtlos und unfähig zu jeder geistigen Tätigkeit (Sentker 1996). Die Vorstellung eines Bewußtseins, das mehr sei als eine Gehirnfunktion, verflüchtigt sich für die Zunft der Hirnforscher mit jeder neuen Erkentnnis: Neurobiologen, Mediziner, Informatiker und Psychologen weisen im Detail nach, wie sich das Gehirn durch sein Handwerk selbst schafft. Dabei ist das Gehirn und sein Mensch (Jean-François Lyotard) durchaus nicht platt reduktionistisch zu verstehen, schließt es doch Furcht und Angst im Mandelkern ebenso ein wie Freuds Unbewußtes und dessen brave Schwester, das kognitive Unbewußte (LeDoux 1996). Auch das abwesende Bewußtsein (Langer 1997) ist in seiner oft nützlichen Vergeßlichkeit (Weinrich 1997) ein genuiner Gehirnprozeß. Unsere Weltwahrnehmung mit einem Modell des Gehirns als Ich (Metzinger 1995) wird als Karte des eigenen Körpers gespeichert und weist sich nicht durch Wahrheit, sondern durch Effizienz aus. Als informationsverarbeitendes System schaffte sich das Gehirn selber im Lichte seiner Erfahrungen. Der Geist entsteht im Gehirn: sum ergo cogito (Edelman 1995).

Doch der amerikanische Dichter und Arzt Walker Percy war da keineswegs sicher: „Zu behaupten, der Geist sei eine spezielle Funktion des Gehirns, ist, als ob man sagte, Raffaels Sixtinische Madonna sei eine spezielle Organisationsform von Ölfarbe und Farbtönen.“ Bin ich mein Gehirn? Daß es das Gehirn ist, das denkt, wissen wir niemals aus eigener Erfahrung, sondern wir simulieren stattdessen einen von unserem Erleben unabhängigen Standpunkt, um solche Behauptungen aufzustellen. Nur mittelbar durch die Apparate erfährt die Wissenschaft von der unsichtbaren Welt der Mikroben ebenso wie vom Funktionieren des Gehirns. Patricia Churchland prognostiziert vermutlich zutreffend, daß sich die Hirnwissenschaftler nicht vom besorgten Einspruch der Geisteswissenschaftler an ihrer reduktionistischen Grundannahme hindern lassen, Bewußtsein sei nichts anderes als eine meßbare Gehirnfunktion. Ebensowenig wird eine Gesellschaft darauf verzichten, die mit Hilfe dieser gewalttätigen Vereinfachung der Wirklichkeit mögliche Verbesserung in der Gehirnchirurgie zu nutzen, wie stets noch ohne Rücksicht auf die Wahrheit der exakten Wissenschaft, ganz auf ihre erfolgreiche Anwendung fixiert. Aber die Naturwissenschaften und ihre Verbündeten sind außerhalb ihres Labors keine Götter mehr, und werden auch bei erfolgreicher Anwendung zunehmend in Frage gestellt. Ihr Vorgehen wird methodisch zwar anerkannt, taugt aber nichts für unser Selbstverständnis, für unsere Frage nach der Wahrheit der menschlichen Existenz (Gadamer 1983). Gewiß sollte man das Gehirn nicht einfach als Instrument des Denkens abtun, und das Ich ist auch nicht bloß der aktive Programmierer des Gehirns (Eccles 1995), denn solch instrumentalistische Deutung unserer Technik verkennt ihren Charakter als Lebenstechnik. In unseren Techniken entwerfen wir die Welt, Denken in all seinen Formen – vom unbewußten über das diskursive bis zum intuitiven – wird von meinem Gehirn, seinem reibungslosen Funktionieren oder merkbaren Versagen, mitgeprägt, aber durchaus nicht mehr als alle anderen Techniken. Daß wir ohne Gehirn nicht zu denken vermögen, heißt keineswegs, daß Denken nichts anderes sei als eine Gehirntätigkeit, sondern lediglich, daß es in dieser Weise betrachtet werden kann, ohne doch seinen Sinn damit zu enthüllen. Als Wissensschwamm mit evolutionärer Rückkopplungsschleife ist das Gehirn eine notwendige, aber keine zureichende Bedingung des Denkens, und wer von sich sagt Ich bin mein Gehirn, hat der langen Reihe der Masken des Menschen lediglich eine modische neue hinzugefügt.

C. Autonomie

Wir erfahren uns als homo generator und bringen im Denken – intuitiv, diskursiv und handelnd – zahlreiche Welten mit ihren Gestalten hervor, entwerfen die durchaus zutreffende Ordnung, die sich im Chaos rückblickend finden läßt. Dieses Entwerfen von Welten und Freisetzen von Ereignissen in Bewußtsein und Denken ist seinem Charakter nach autopoietisch, und autopoietische Lebenstechniken sind von sich her anthropomorph, dem guten Leben des Ich selbst und nichts anderem zugeeignet. Nie kann das Ich selbst aus seiner Perspektive heraustreten, und alles, was das Bewußtsein bewußt, unbewußt oder intuitiv generiert, bleibt unwiderruflich anthropomorph, autopoietisch und jemeinig. Dies nicht eifernd zu bewerten, sondern mit Gelassenheit als den Grundsachverhalt des Humanen anzuerkennen, wäre ein erster und wesentlicher Schritt zu einem authentischen Selbstverständnis. Autonom ist das Ich selbst allein durch Autopoietik: Hier im Ereignis des gelingenden oder mißlingenden Lebens und nirgend anders zeige oder verberge ich mich selbst. Das autopoietische Werk des Ich selbst schließt so – wie schon die Monade bei Leibniz – die ganze Welt ein, und ist daher keineswegs auf die Selbstzufriedenheit eines geistigen Akts oder das Wohlergehen eines Ego zu reduzieren. Kein Denken ohne das Verwirklichte, und Besserwissen ist bloß ein hohles Versprechen!

Der Mensch ist notwendig willkürlich, Selbstgesetzgeber, der keiner höheren Instanz zu antworten hat, aber dies ist nicht zu verwechseln mit Descartes‘ Formel vom Herrn und Meister der Natur. Um Herrschaft oder Knechtschaft geht es im Sachverhalt der Autonomie nicht, denn erfüllt wird sie einzig und allein durch Autopoiesis: an den durch sie geschaffenen Welten werdet ihr sie erkennen. Für einige dieser Welten – wie Heidegger für die Handwerker-Welt der Zuhandenheit oder Hans Lenk für die Welt des Sports nachwies – mag Meisterschaft ein Schlüsselkonzept sein, das jedoch regional bleibt und ständig neu ausgewiesen werden muß.

Müßte aber ein vorurteilsfreier Blick, wäre er denn überhaupt möglich, nicht eher feststellen, daß es kein Ich selbst gibt, und Autonomie durch Autopoietik im Alltag die große Ausnahme darstellt? Naheliegende Einwände gegen eine Autonomie in Leben und Tod, wie sie vom Ich selbst gelebt wird, gehen bei allem Realismus an dem im Blick genommenen Sachverhalt vorbei. Denn beginnt man festzulegen, wie der Mensch von sich selbst her lebt, erweist sich das Ich selbst als ein Proteus, das jede denkbare Form annehmen kann und jeden beliebigen Inhalt repräsentiert. Dem Ich selbst ist kein bestimmter Wert zu entnehmen, auch nicht der eines vollen und selbstbestimmten Lebens. Jede Wahl wird - wie auch jeder Verzicht auf diese – ursprünglich vom Ich selbst vorgenommen, ohne Anstrengung und ohne sich entscheiden zu müssen, einfach so, ein ständiger Fluß, den nur der Tod versiegen läßt. Es gibt Ich selbst nicht anders als gestaltend, erfindend, strukturierend, entwerfend, faltend, entfaltend und wiederum neu faltend (Deleuze). Ob dies tertiär gegen oder für eine Autorität ausfällt, Weltzuwendung oder Weltabwendung bedeutet, hängt von begrifflichen Vorentscheidungen der sekundärer Art ab, aber kann niemals den Sachverhalt des homo generator und dessen absolute Autonomie durch Autopoiesis beeinflussen. In die Irre würde auch die Annahme gehen, das anfängliche Generieren sei als neutral aufzufassen und benötige – wie Nietzsche postulierte – ein Werten jenseits von Gut und Böse, um lebensfreundlich zu werden. Jugendliche, die das Leben nicht lebenswert finden, oder auch die Bilanzselbstmörder unter den älterern Menschen bleiben unwiderruflich homo generator, im Wie ihrer Selbst-Zerstörung authentisch.

D. Ethik

Die Selbsterfindung des homo generator ist der Fremdheit der Materialien einzigartig eingeschrieben, ein verletzliches und doch gerade dadurch geschütztes Dasein ereignet die Fülle des Nichts im „Seyn“ (Heidegger 1997). Wie mein künstliches Leben gelingt, kann keine Identität, Positivität, Auslegung, aber auch kein Maß, Wert und nicht einmal ein Sinn bestimmen. Denn dieses Wie des Gelingens - obwohl und gerade weil es überwältigend da ist und fasziniert als Ereignis - bleibt im beherzten Zugriff leer, verwandelt sich für den Bedürftigen in etwas Ungenießbares und narrt die Theoretiker mit dem Gaukelspiel seiner Negationen. Worüber der homo generator elegant hinweggleitet, ist die Singularität seines Generierens, die veranlaßt, daß die Erklärung der Welt ganz ihm gehört, ihm als einer ersten Bewegung (Nietzsche 1994, 152). Aber dieses Gehören ist kein Identifizieren, denn es macht uns zugleich zu Fremden. Fremd werden wir nicht durch Entäußerung oder Verinnerlichung, sondern durch das Generieren von Einzigartigem, dem stets Vorgängigen dieser psychischen oder sozialen Prozesse. Eine Neuordnung unserer Beziehungen zu Menschen und Dingen geschieht als unbewußte Topologie (Avital Ronell 1988) und alle Identifizierungsprozesse sind nachträgliche Konstruktionen, die den Schrecken über die eigene Fremdheit und Kälte vergeblich aufzulösen suchen.

Daß die Einmaligkeit gelingenden Lebens zugleich ein einzigartig stimulierendes Ereignis ist, gibt einer Ethik des künstlichen Lebens ihre Aufgabe. In ihr vermag sich eine unmerkliche Wahrnehmung, ein verklingendes Erinnern, ein verwischter Eindruck, ein überhörter Ton durch ewige Wiederkehr stärken und ermutigen, feinsinniger und gelassener werden.

Solch eine Anthropologie und die sie stiftende Ethik wie Ästhetik (als Wahrnehmung) wird von Heideggers (1976) vernichtender Kritik an humanistischen Menschenbildern und einer anmaßenden Werte-Ethik nicht getroffen, entzieht sie sich doch den Nachstellungen des technologischen Bestandes: Nichts ist normiert, zu scannen oder vorauszuplanen, wenn der homo generator sich unversehens ereignet.

4. Von der Un/Fähigkeit den Eigenmangel zu erkennen

Für das wissenschaftliche Denken, wie es sich in Genetik, Informatik und Neurologie verwirklicht, gehört die Fähigkeit, den menschlichen Eigenmangel zu erkennen, unabdingbar hinzu. Gerade der Unterschied zwischen anthropozentrischer Anmaßung und dem berechtigten anthropomorphen Eigeninteresse läßt sich an der Behandlung des Phänomens Eigenmangel aufweisen. Der homo compensator will den Eigenmangel einzig erkennen, um ihn zu beseitigen: Daß der Mensch des Menschen Wolf sei, oft selbst sein eigener schlimmster Feind, daß Selbstunwertgefühle und Urmißtrauen sein Leben vergiften und Depressionen es überschatten, soll ebenso verschwinden wie körperliche Gebrechen und – die verstiegenste Forderung – der Tod. Mängel sind vor allem die Mängel der anderen, deren Fehlerhaftigkeit dem eigenen Glück im Wege zu stehen scheint. Aber auch wenn der Eigenmangel tapfer in den Blick genomnmen wird, will homo compensator ihn nur als vorübergehend und prinzipiell aufhebbar erkennen. Von einer Anerkennung des Eigenmangels ist eine solche Weltsicht weit entfernt. Bestenfalls tarnt sie ihre Unwilligkeit, dem Eigenmangel sein Recht zu lassen, als Unfähigkeit, ihn zu erkennen.

Die gelassene Anerkennung des Eigenmangels leistet dagegen der homo generator, der das Leben als „fortwährendes Pendeln zwischen Leiden und Langweile“ (so Arthur Schopenhauers grimmige Bestimmung) durchaus als sein Erzeugnis begreifen kann. Die Grenzen des Machbaren und die Beschränktheit unserer Erkenntnis sind dem homo generator nicht von außen aufgezwungen, sondern gehören zum Gelingen der eigenen Welterzeugung hinzu. Die unangemessene anthropozentrische Dramatik, der es im Dasein stets um die Entscheidung zwischen Leben und Tod geht, wird zugunsten einer anthropomorphen Weisheit aufgegeben, die zwischen notwendigem und zufälligem Leiden zu unterscheiden gelernt hat. Ohne Angst zu erkennen, was im individuellen Leben zu erzeugen ist und was einem versagt bleibt, also Geschichtlichkeit als Praxis des richtigen Augenblicks aufzufassen, gehört zum Wesen des homo generator. Im deutlichen Gegensatz zum angstgetriebenen Mängelwesen geht es dem erfahrenen Welterzeuger nicht ums nackte Überleben, sondern um ein gutes Leben, dessen Konturen nicht vorgegeben sind, sondern sich stets erst bilden. Gewiß ist solch eine uneingeschränkte Anerkennung des blinden Flecks und des Geschehens hinter unserem Rücken nicht ohne Gefahren, bildet es doch auch das Einfallstor für jedwede Form von „Schwärmerei“ (Kant), also von Religion und Ideologie.

Doch dann zeigt sich etwas Merkwürdiges. Die willige Anerkennung des Eigenmangels als notwendiges Moment gelingenden Lebens, als Offenheit und “Lichtung”, ohne das Überraschendes und Zukünftiges ausgeschlossen blieben, hat unvorhersehbare Konsequenzen. Hat man nämlich die Unwilligkeit, die zur Unfähigkeit führte, überwunden, und ist das Erkennen bereit, den Eigenmangel anzuerkennen, entzieht dieser sich. Was erkennbar bleibt, sind mannigfachen Mängel, auch eigene, die aber als selbsterzeugt und so auch als veränderbar leicht wahrzunehmen sind. Zwar hat der homo generator mit seiner Milde gegenüber erkannten Mängeln mit der Hysterie der Fehlersuche auch die Chimäre der Perfektion hinter sich gelassen, aber gerade dann verhält sich der Eigenmangel wie ein schwarzes Loch im menschlichen Universum.

Wer bereit ist anzuerkennen, wird erfahren, daß es nichts zu erkennen gibt, und daß das Unabschließbare durchaus vollkommen ist. Allein indirekt, durch seine ethische Konsequenzen, läßt sich das Phänomen Eigenmangel, das genuin zum menschlichen Dasein gehört, erschließen. Der homo generator lebt vor (und behauptet nicht nur), daß Eigenmangel zum gelingenden Leben gehört. Das klingt nach Kants Diktum, daß der Mensch aus krummen Holz geschnitzt sei, hat aber gänzlich andere ethische Folgen. Der Eigenmangel in seiner Unentdeckbarkeit verbürgt uns, daß aus dem homo generator trotz unaufhaltsamer Dynamik und absoluter Verantwortlichkeit niemals ein creator werden wird, ein weltlicher Gott, mit oder ohne Prothese. Eine Erschaffung von Welten aus dem Nichts und die damit verbundene Gleichgültigkeit gegenüber den Materialien wird niemals „human“ sein können, sondern nur eine anthropozentrische Verfallsform – und unser ganzes Dasein weist dies aus. Kein Maßstab von außen – nenne man ihn Gott, Natur oder Schicksal – wird benötigt, denn die Unfähigkeit ,den Eigenmangel zu erkennen, ist völlig ausreichend, um unsere Autonomie nein, nicht zu begrenzen, sehr wohl aber authentisch zu bestimmen. Die ethische Pflicht ein Narr zu sein, und das Recht zum „heiligen Idioten“ (Ronell 2001), lassen wir uns von niemandem nehmen, am wenigsten von der Wissenschaft.

Weiterführende Literatur

Brede, W.: Mängelwesen. Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 5. Basel 1980.

Deleuze, G.: Die Falte - Leibniz und der Barock. Übers.U.J.Schneider. Frankfurt / Main 1995.

Churchland, P.: Grundlagen zur Neuroinformatik und Neurobiologie. Braunschweig 1997.

Eccles, J.: Wie das Selbst sein Gehirn steuert. München 1995.

Edelman, G.M.: Göttliche Luft, vernichtendes Feuer. Wie der Geist im Gehirn entsteht. München 1995.

Gehlen, A.: Der Mensch. Seine Natur und seine Stellung in der Welt. 13.Aufl. Wiesbaden 1997.

Fischer, H.R.: Autopoiesis. Carl-Auer-Systeme Verlag. Wiesloch 1993.

Fromm, E.: Die Kunst des Liebens. Berlin 1956.

Gadamer, H.-G.: Wahrheit und Methode. Gesammelte Werke 1. Göttingen 1986.

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Heidegger, M.: Beiträge zur Philosophie (Vom Ereignis). Gesamtausgabe Bd. 66. Frankfurt/ Main 1997.

Langer, E.F.: The Power of Mindful Learning. New York 1997.

LeDoux, J.: The Emotional Brain. New York 1996.

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Lyotard, J.-F.: Postmoderne Moralitäten. Wien 1998.

McLuhan, M.: Die magischen Kanäle. München 2001.

Metzinger, Th.: Bewußtsein. Paderborn 1995.

Nietzsche, F.: Weisheit för Übermorgen – Unterstreichungen aus dem Nachlaß. Ed. H.Friedrich. München 1994.

Percy, W.: Der San-Andreas-Graben im Bewußtsein des modernen Menschen. FAZ-MAGAZIN, 5.1.1996.

Scheler, M.: Die Stellung des Menschen im Kosmos. Gesammelte Werke, ed. M.Frings, Bd.9, Bonn 1987.

Schirmacher, W.: Homo generator: Die Herausforderung der Gen-Technologie. Eingriffe in das Leben. Ed. H.M.Gardner. Innsbruck 1986.

Schirmacher, W.: Ereignis Technik. Wien 1990.

Schirmacher, W.: Homo generator: Media and Postmodern Technology. Culture on the Brink: Ideologies of Technology. Ed.G.Bender/ T.Duckrey.Seattle 1994.

Schirmacher, W.: Netzwelt von innen. Eine Medienphilosophie des Zwischen. Labile Ordnungen: Interface 3. Ed. K.P.Dencker. Hamburg 1997.

Sentker, A.: Die Grenzen der Intuition. DIE ZEIT 23 / 1996.

Ronell, A.: Interview. Angry Women. Re/Search. San Francisco 1988.

Ronell, A.: Stupidity. Urbana 2001.

Virilio, P.: Die Sehmaschine. Berlin 1989.

Virilio, P.: Ereignislandschaft. München 1998.

Weinrich, H.: Lethe. München 2000.

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